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Essen – Es sollte für Kinder der süße Abschluss eines gruseligen Abends werden. Doch nach Halloween häufen sich erschreckende Funde: Schokoriegel, Kaubonbons und andere Süßigkeiten wurden mit Nadeln, Nägeln und Schrauben präpariert! Fälle sind inzwischen aus mehreren Bundesländern bekannt.

Die Polizei in Essen (NRW) ist alarmiert. Dort fanden zwei Familien spitze Gegenstände in der Halloween-Beute ihrer Kinder. Ein Vater bemerkte verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn bekommen hatte. Im Inneren: eine spitze Nadel! In einem anderen Stadtteil entdeckten Eltern Metallstifte in einem Schokoriegel und einer Tüte Weingummi. Ein Polizeisprecher: „Wir können fast sicher ausschließen, dass hinter beiden Fällen ein und derselbe Täter steckt. Die Kinder waren in ganz unterschiedlichen Stadtteilen unterwegs.“

Polizei warnt Eltern

Die Polizei ruft Familien in Essen auf, die Süßigkeiten genau zu prüfen, bevor die Kinder sie essen. Insbesondere sollten Eltern auf Einstichstellen an den Verpackungen achten und verdächtige Funde sofort melden. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht. Nach ersten Erkenntnissen wurde in Essen niemand verletzt. Ermittelt wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Doch Essen ist kein Einzelfall. In Hannover machte ein Mädchen (9) einen besonders erschreckenden Fund: In gleich drei einzeln verpackten Süßigkeiten, einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons, steckte jeweils eine Nähnadel. Das Kind blieb unverletzt. Auch in Filderstadt (Baden-Württemberg) entdeckten zwei Familien mehrere Nadeln in Milch-Haselnuss-Schnitten. Besonders tückisch: Die Metallspitzen waren nach bisherigen Erkenntnissen von außen nicht zu erkennen. Die Polizei vermutet, dass die Nadeln absichtlich eingebracht wurden.

LKA ist über Vorfälle informiert

Auch aus Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Thüringen wurden gefährliche Funde gemeldet. In Nürnberg steckten Nadeln in Süßigkeiten, in Landshut waren Kaubonbons und Schokoriegel unter anderem mit Schrauben präpariert. In Gräfelfing bei München biss ein Junge (9) in ein mit einer Nadel präpariertes Kaubonbon, blieb zum Glück unverletzt. In Vilshofen-Pleinting wurde ein Nagel in einer Knusperwaffel entdeckt. Weitere Nadelfunde gab es in Salzgitter und im thüringischen Leinefelde-Worbis. In Sachsen-Anhalt wurden bislang drei Fälle von Fremdkörpern in Süßigkeiten bekannt. Auch aus Österreich wird ein Fall gemeldet: In Linz entdeckte ein Vater Nägel in der Halloween-Beute seiner Kinder. Einige davon waren von außen nicht zu erkennen.

Was steckt hinter der Häufung? Die Polizei in Essen teilte auf BILD-Anfrage mit, das LKA sei über die Vorfälle informiert. Sprecher Matthias Werk: „Selbstverständlich tauschen wir uns stetig mit anderen Polizeibehörden aus.“