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Moskau – Mehr als vier Jahre lang bezeichnete Kriegstreiber Wladimir Putin (73) seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine nur als „Militärische Spezialoperation“. Das Wort „Krieg“ verwendete er nur selten – und dann auch nur in Bezug auf Russlands Kampf gegen den gesamten Westen. Für russische Bürger konnte die offiziell verbotene Verwendung des Wortes „Krieg“ mit Blick auf die Ukraine sogar Haftstrafen bedeuten. Doch jetzt hat Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58) im Interview mit Pavel Zarubin für den staatlichen russischen Nachrichtendienst Vesti plötzlich andere Worte gewählt: „Es herrscht Krieg – ein echter Krieg“, so Putins Sprecher.

Schuld daran, dass der Kreml jetzt offenbar auch offiziell eine andere Sprache verwendet, soll der Westen sein. „Wissen Sie, warum Krieg? Weil alles als Militärische Spezialoperation begonnen hat. Inzwischen geht es als Krieg weiter, weil Berlin, Paris, Den Haag, Oslo und leider auch Washington hinter Kiew stehen“, so Peskow. Der Kreml-Sprecher erklärt weiter: Die westlichen Länder würden dabei helfen, „über ihre Satelliten Ziele zu erfassen, und unterstützen die Lenkung ausländischer Waffen auf unsere Ziele mithilfe ihrer gesamten Infrastruktur.“

Russen spüren Auswirkungen des Krieges im Alltag

Die Ukraine greift immer häufiger russische Öl- und Gasanlagen an – und trifft Russland damit im Herzen seiner Kriegswirtschaft. Der Kreml kann seinen brutalen Krieg nicht mehr verstecken, und auch das dürfte ein Grund sein, warum es für Moskau jetzt offiziell um einen „echten Krieg“ geht. Denn mittlerweile haben die sprengstoffgeladenen Langstreckendrohnen der Ukraine auch direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben in Russland.

An Tankstellen im ganzen Land ist der Sprit knapp, es bilden sich kilometerlange Schlangen. Immer häufiger gibt es zudem Stromausfälle. Vor allem die seit 2014 völkerrechtswidrig besetzte Krim-Halbinsel ächzt unter den heftigen Angriffen auf Militärstützpunkte, Raffinerien und Brücken. Der Nachschub an der Front im Donbass steht praktisch unter Dauerbeschuss.

Doch auch Moskau attackiert die Ukraine täglich. Im Laufe der Woche setzte Russland laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) rund 2200 Angriffsdrohnen, mehr als 1730 gelenkte Fliegerbomben und 106 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine ein. Nahezu täglich stehen Sumy, Saporischschja, Cherson, Charkiw und Dnipro sowie die Grenz- und Frontgemeinden unter Beschuss. Insgesamt wurden innerhalb einer Woche mehr als 70 Menschen durch russische Angriffe getötet, Hunderte wurden verletzt.