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Ellwangen (Baden-Württemberg) – Das Mädchen war elf, als laut Anklage die Taten begannen. Ihre Eltern hätten es beschützen müssen. Stattdessen sollen sie ihrer Tochter das Schlimmste angetan haben.

Vor dem Landgericht Ellwangen müssen sich jetzt der Vater und die Mutter der heute 13-Jährigen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eheleuten Klaus (45) und Christina C. (41) vor, ihre Tochter wiederholt vergewaltigt zu haben. Angeklagt sind Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern. Außerdem sollen die Eltern ihren Bekannten Robert Z. (54) aufgefordert haben, sich an den Taten zu beteiligen. Das Mädchen hatte sich einer Erwachsenen anvertraut.

Nach Darstellung der Anklage wurde das Mädchen massiv bedroht und eingeschüchtert. Falls es sich wehre, müsse es Stromstöße ertragen oder die „eigenen Augen essen“, sollen die Eltern gesagt haben. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Mutmaßlicher Täter auf der Flucht

Zum Prozessauftakt am Landgericht Ellwangen (Baden-Württemberg) sitzt die Mutter bereits im Saal, als der Vater in Hand- und Fußfesseln hereingeführt wird. Beide schweigen. Auch vorher hatten sie sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Ob sie im Lauf des Prozesses aussagen, ließen ihre Verteidiger offen.

Der dritte Mann fehlt. Robert Z. hat sich nach Angaben der Justiz ins Ausland abgesetzt. Er hatte ein halbes Jahr in U-Haft gesessen, dann ließ ihn das Landgericht frei. Begründung: „kein dringender Tatverdacht“. Das Oberlandesgericht sah das anders und hob die Entscheidung auf. Doch da war Z. schon verschwunden. Jetzt wird er mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Vater sitzt wegen Betruges in Haft

Der mehrfach vorbestrafte Vater verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen Betruges. Gegen die Mutter liegt kein Haftbefehl vor, weil die Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr sieht.

Das Urteil soll am 17. November fallen.