Deutliche Ansage vom Talkmaster! Nach wirren Propagandasprüchen von AfD-Politiker Ulrich Siegmund (35) – als Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt mit hohen Zustimmungswerten ein neuer Star seiner Partei – hatte Markus Lanz (57) eindeutig genug.
Der besondere Ärger des Talkmasters: Auf Fragen nach seinen Plänen für die Wirtschaft wich der AfD-Mann immer wieder aus und schwadronierte lieber über festungsartige Weihnachtsmärkte. Lanz schließlich genervt: „Aber langfristig lösen Sie damit nicht den Fachkräftemangel.“ Doch Siegmund setzte sogar noch einen drauf: „Doch! Ich sehe es als langfristigen Wettbewerbsvorteil, wenn man hier wieder vernünftige politische Rahmenbedingungen hat. Wenn nicht die Frage ist, dass man einmal im Jahr sein Geschlecht ändern kann oder die Verwaltung gendert, sondern dass wir uns wieder auf die Wirtschaft konzentrieren.“
Markus Lanz reicht es mit dem AfD-Politiker
Das war endgültig zu viel für die Lanz-Toleranz: „Können wir das bitte lassen?“, fuhr der Talkmaster den AfD-Mann an. „Was zur Hölle hat das mit der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt zu tun, ob irgendjemand gendert oder nicht? Sie bekämpfen an dieser Stelle wirklich Gespenster, die außer Ihnen keiner sieht!“ Ulrich Siegmund trotzig: „Das sehen Sie vielleicht hier aus diesem Elfenbeinturm heraus nicht, aber das ist die Lebensrealität!“ Lanz noch wütender: „Nichts Elfenbeinturm! Ich bin selber so häufig unterwegs. Ich kenne auch Ihr Land ziemlich gut.“ Siegmund herausfordernd: „Dann wollen wir mal zusammen auf die Straße gehen, mit den Bürgern mal sprechen, was die wirklich interessiert!“ Lanz sichtlich ungläubig: „Ob die das Gendern interessiert?“ Da leitete Siegmund rasch den Rückzug ein: „Na ja, das ist nur ein Baustein“, gab er zu. „Es ist dieses gesamte Paket.“
AfD-Politiker rudert zurück
Doch Markus Lanz witterte ganz andere Gründe für den Unmut im Land, erinnerte an Vorwürfe gegen Siegmund und Co. wegen Vetternwirtschaft auf Staatskosten: „Also, Sie sagen, es ist egal, ob Sie eine Verwandtenaffäre haben, das interessiert die Leute nicht. Aber ob gegendert wird, das interessiert die Leute unfassbar. Das wollen Sie mir nicht ernsthaft erzählen. Das ist doch Quatsch!“ Siegmund plötzlich kleinlaut: „Wir haben andere Probleme als vielleicht das Gendern. Das war ein Beispiel.“ Nach diesem Einknicken wollte sich auch Lanz nicht mehr „mit dem Quatsch aufhalten“.