Woche 7 in der NFL – und plötzlich sind die Minnesota Vikings das einzige Team in der Liga ohne Niederlage. Die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers verlieren die weiße Weste. Außerdem entscheidet ein Super-Lauf in der Verlängerung ein Spiel, die Panthers und Ravens kriegen eine Klatsche – und ein Kicker-Drama sorgt für den Sieg der Lions.
Alle Spiele des NFL-Sonntags im Überblick.
Seattle Seahawks – Kansas City Chiefs 20:3
Machtdemonstration vom Champion! Die sonst so gefährliche Chiefs-Offensive schafft in Seattle keinen einzigen Touchdown. Wie historisch schlecht der Chiefs-Auftritt ist, zeigt: Erst zum zweiten Mal überhaupt mit Patrick Mahomes als Quarterback erzielt Kansas City drei oder weniger Punkte. Das einzige andere Mal passiert das am 24. Oktober 2021 beim 3:27 gegen die Tennessee Titans.
Und es kommt noch heftiger: In 488 Spielen seiner Karriere als Head Coach erlebt Andy Reid erstmals eine Partie ohne einen einzigen „Explosive Play“ seiner Offensive. Heißt: kein Lauf über mindestens zehn Yards und kein Passspielzug über mindestens 20 Yards. Die Seahawks nehmen den Chiefs damit praktisch jede große Waffe.
Mahomes sagt daher: „Unser Hintern wurde versohlt.“
Von Beginn an bekommt Mahomes gegen die Seattle-Defense kaum etwas zustande. Im zweiten Viertel wird der Quarterback beim Wurf unter Druck gesetzt, sein Pass segelt in die Arme von Ty Okada. Interception! Zu diesem Zeitpunkt führt Seattle bereits 3:0.
Noch vor der Pause wird es schlimmer. Sam Darnold findet Jaxon Smith-Njigba zum Touchdown, Seattle zieht auf 10:0 davon. Kurz vor der Halbzeit bekommen die Chiefs trotzdem noch die große Chance, zurückzukommen: Nohl Williams fängt Darnold in der eigenen Endzone ab und trägt den Ball 65 Yards zurück. Doch selbst daraus macht Kansas City keine Punkte. Harrison Butker setzt den anschließenden Field-Goal-Versuch aus 58 Yards daneben.
Auch nach dem Seitenwechsel bleibt der Champion am Drücker. Seattle erhöht per 35-Yard-Field-Goal auf 13:0. Erst spät im dritten Viertel schafft es Kansas City überhaupt auf die Anzeigetafel. Mahomes wird bei einem Lauf hart getroffen und verliert den Ball, die Chiefs sichern den Fumble jedoch selbst. Anschließend trifft Butker aus 50 Yards zum 3:13.
Die Hoffnung auf ein Comeback verpufft schnell. Butker bekommt im Schlussviertel die nächste Chance und vergibt diesmal aus 45 Yards. Damit steht er seit Beginn der vergangenen Saison bereits bei 15 vergebenen Kicks – zehn Field Goals und fünf Extrapunkten. Damit ist er Ligaschlusslicht.
3:47 Minuten vor Schluss macht Emanuel Wilson schließlich alles klar. Der Seahawks-Running-Back läuft aus 21 Yards zum Touchdown und sorgt für den 20:3-Endstand.
Besonders bitter wird der Abend für Kenneth Walker III. Bei seiner Rückkehr nach Seattle bekommt der ehemalige Seahawks-Star gegen seine alten Kollegen kaum einen Fuß auf den Boden. Nur 36 Rushing Yards! Seattle nimmt dem Chiefs-Laufspiel damit seine wichtigste Waffe und krönt einen nahezu perfekten Abend.
Immerhin einer erlebt trotz der Pleite einen historischen Abend: Travis Kelce. Der Chiefs-Star kommt auf den 1103. Catch seiner NFL-Karriere und schiebt sich damit auf Platz fünf der ewigen NFL-Bestenliste bei gefangenen Pässen. Vor Kelce stehen nur Jerry Rice (1549), Larry Fitzgerald (1432), Tony Gonzalez (1325) und Jason Witten (1228).
Atlanta Falcons – San Francisco 49ers 29:20
Es ist tatsächlich passiert. Die San Francisco 49ers haben ein Spiel verloren!
Dabei sieht zunächst alles nach dem nächsten Sieg der Niners aus. Christian McCaffrey läuft bereits im ersten Viertel aus einem Yard zum Touchdown, Kaelon Black erhöht mit einem 30-Yard-Lauf auf 14:3.
Doch dann kippt das Spiel komplett.
Atlanta arbeitet sich auf 12:14 heran und dreht die Partie nach der Pause. Quarterback Michael Penix Jr. findet zunächst Kyle Pitts Sr. zum Touchdown, anschließend bedient er Drake London über 21 Yards. Plötzlich führen die Falcons mit 26:14.
Der große Unterschied: San Francisco verschenkt den Ball!
Gleich vier Turnover leisten sich die 49ers, Atlanta keinen einzigen. Besonders bitter läuft es für Brock Purdy. Der Quarterback kommt zwar auf 288 Passing Yards und wirft einen Touchdown, aber eben auch zwei Interceptions.
Trotzdem bekommen die Niners noch einmal Hoffnung. Purdy findet Kyle Juszczyk rund fünf Minuten vor Schluss zum Touchdown. Weil der Extrapunkt danebengeht, bleibt es beim 20:26.
Die Falcons machen anschließend den Deckel drauf: Kicker Nick Folk trifft aus 31 Yards zum 29:20-Endstand.
Besonders kurios: Die 49ers produzieren insgesamt sogar 400 Yards Raumgewinn, Atlanta nur 295. Doch vier Ballverluste sind am Ende zu viel.
Carolina Panthers – Tampa Bay Buccaneers 13:43
Nach dem Sieg gegen die Eagles gibt es für die Panthers die Ernüchterung! Ausgerechnet gegen den Divisionsrivalen bekommt Carolina so richtig einen auf die Mütze. Quarterback Bryce Young wirft zwei Interceptions, das Run Game kommt gar nicht ins Laufen – gebrauchter Arbeitstag also!
Die Buccaneers überragen mit 258 Running Yards und 3 erlaufenen Touchdowns. Da muss Quarterback Baker Mayfield bei seiner Rückkehr gar nicht viel machen.
Baltimore Ravens – Cincinnati Bengals 13:35
Saftige Abreibung für die Ravens! Bengals-Quarterback Joe Burrow zerlegt Baltimores Defensive mit gleich 4 Touchdowns.
Die Ravens müssen nun hoffen, dass Quarterback Lamar Jackson endlich zurückkehrt. Schon 3 Spiele hat der Mega-Star verpasst. Allzu viele sollten es nicht mehr werden. Sonst ist die Playoff-Teilnahme in Gefahr.
Houston Texans – New York Giants 21:27
Verlängerungskrimi in Houston! Und am Ende ist es ausgerechnet mit Devin Singletary ein Ex-Texaner, der den Sieg für die Giants perfekt macht.
Damit sind die Giants voll im Playoff-Rennen. 4 Siege, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden – damit hätte wohl keiner gerechnet!
Die Texans stehen dagegen bei 2-5. Hier darf sich nicht mehr viel erlaubt werden, wenn man auch im Januar noch länger Football spielen will.
New York Jets – Miami Dolphins 25:28
Wer gewinnt, verliert! Für sowohl die Jets als auch die Dolphins geht es eigentlich nur um die Position im kommenden Draft. Höchstens Jets-Coach Aaron Glenn schielt auf einen Sieg, andernfalls muss er um seinen Job zittern. Umso peinlicher für ihn, dass sein Team nicht mal gegen die Dolphins gewinnt.
Quarterback Malik Willis (3 Touchdowns insgesamt) und Running Back Ollie Gordon (103 Yards und 1 Touchdown) bescheren den Dolphins den Sieg.
Minnesota Vikings – Indianapolis Colts 16:10
6 Spiele, 6 Siege! Die Minnesota Vikings haben es tatsächlich geschafft. Sie haben alle ihre Spiele bislang gewonnen.
Bei den Colts geht dagegen nach dem Rauswurf von GM Ballard die Niederlagen-Serie weiter. Vor allem die Offensive wirkt erschreckend schlecht – und das liegt nicht nur an der guten Vikings-Defensive.
Fraglich, ob die Colts nun den großen Ausverkauf starten.
Tennessee Titans – Cleveland Browns 24:27
Die Browns fahren den nächsten Sieg ein! Dabei hat Titans-Runningback Pollard einen seiner besten Tage. Er schafft 3 Touchdowns.
Doch die Browns können auch laufen. Judkins erläuft 2 Touchdowns, Quarterback Watson einen weiteren. Da ist es auch nicht so schlimm, dass Watson eine Interception wirft.
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Arizona Cardinals – Denver Broncos 16:30
Pflichtaufgabe gemeistert! Die Broncos lassen in der Wüste nichts anbrennen. Quarterback Bo Nix lässt dabei die Kritiker verstummen. Er wirft für 222 Yards, wirft einen Touchdown und sorgt mit einem erlaufenen 62-Yard-Touchdown für den Spielzug des Tages.
Detroit Lions – Green Bay Packers 20:17
Kicker-Drama im Divisionsduell! Ausgerechnet Packers-Kicker Smack versemmelt zwei einfache Field Goals. Aus 26 und 35 Yards will das Ei nicht rein. So gehen den Packers sechs sichergeglaubte Punkte flöten.
Da zögern die Lions nicht lange und schlagen zu. Quarterback Goff wirft für über 300 Yards, erzielt zwei Touchdowns. Gibbs (116 Yards) und St. Brown (153 Yards) bleiben zwar ohne Touchdown, sind aber für den Erfolg der Lions maßgeblich.
Las Vegas Raiders – Los Angeles Rams 21:35
Die Rams sind endlich wieder auf der Siegerstraße. Quarterback Matthew Stafford dreht wieder auf, wirft drei Touchdowns. Dazu ist das Run Game überragend. Williams und Corum erzielen jeweils einen Touchdown, kommen zudem zusammen auf fast 200 Yards.