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Santa Clara – Es ist ein ungeheuerlicher Verdacht. Beim amerikanischen Chiphersteller Nvidia, dem zeitweise teuersten Unternehmen der Welt, schlagen die US-Geheimdienste Spionage-Alarm. Nvidia-Mitgründer und Firmenchef Jensen Huang (63) soll eine Beziehung zu einer Frau gehabt haben, die Geschäftsgeheimnisse für China ausspioniert. Zudem soll sie über den Unternehmer Einfluss auf die US-Regierung ausgeübt haben.

Wie die „Financial Times“ („FT“) mit Verweis auf Geheimdienstkreise berichtet, soll es sich um eine intime Beziehung zwischen Jensen Huang und Alice Huang (beide sind nicht verwandt) gehandelt haben. Es gibt Fotos, die beide zusammen in einer Bar zeigen. Nvidia hingegen verweist auf eine rein geschäftliche Beziehung: Huang treffe jedes Jahr „Tausende Führungskräfte von Kundenunternehmen“. Alice Huang ist Führungskraft bei Megaspeed in Singapur, einem wichtigen Kunden von Nvidia.

Die US-Behörden werfen Megaspeed vor, amerikanische Exportkontrollen umgangen und hochentwickelte Nvidia-Chips nach China geschmuggelt zu haben. Nvidia hatte wegen dieser Vorwürfe zuvor eine interne Untersuchung eingeleitet, stellte aber kein Fehlverhalten fest. Zudem soll sich der Nvidia-Chef bei US-Präsident Donald Trump (80) persönlich dafür eingesetzt haben, den Export von H200-Chips an Kunden in China zu erlauben. Huang nahm im Mai auf Einladung von Trump an einer Delegationsreise nach China und im September an einem Staatsbankett für Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping (73) in Washington teil.

China-Agentin elektronisch überwacht

US-Geheimdienste gehen nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen davon aus, dass Alice Huang vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit angeworben wurde, um für Chinas wichtigsten Geheimdienst zu spionieren. Das geht laut „FT“ aus einem Bericht von Jahresanfang hervor. Die chinesische Geschäftsfrau soll bereits mindestens ein Jahr lang elektronisch überwacht worden sein, berichtet die „New York Times“. Das Weiße Haus und die CIA lehnten eine Stellungnahme ab. Die chinesische Botschaft in Washington ließ eine Anfrage unbeantwortet.

Der Spionage-Verdacht hat auch den US-Kongress alarmiert. Drei republikanische Kongressabgeordnete haben Jensen Huang zu einer nicht öffentlichen Anhörung in drei wichtigen Ausschüssen am 18. November vorgeladen, berichtet die „Daily Mail“.