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Braunschweig – Ein wegen des Dieselskandals vor Gericht stehender ehemaliger VW-Manager ist verhaftet worden, weil er zum Auftakt der Verhandlung zu Beginn der Woche nicht erschienen war. Das Landgericht Braunschweig verwies am Freitag auf gesetzliche Vorgaben, wonach der Angeklagte in Haft zu nehmen ist, „soweit dies zur Durchführung der Hauptverhandlung geboten ist“.

Am Montag war in der niedersächsischen Stadt ein weiteres Betrugsverfahren gegen ehemalige Volkswagen-Mitarbeiter angelaufen. Es stehen drei VW-Führungskräfte vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Software für illegale Abschalteinrichtungen entwickelt und die Fortentwicklung der Software nicht verhindert zu haben.

Einer der drei ließ sich am Montag von seinem Verteidiger aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Die Kammer ließ bereits durchblicken, dass der Angeklagte aus Sicht des Gerichts nicht ausreichend entschuldigt sei. Am Donnerstag erschien der Manager dann in Braunschweig – und wurde nach der Sitzung in Haft genommen. Nach Angaben des Gerichts legte er dagegen Beschwerde ein.

Der Dieselskandal war im September 2015 bekannt geworden: Volkswagen räumte damals ein, bei bestimmten Dieselmotoren der Marken Volkswagen, Seat, Audi und Skoda eine illegale Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid auf dem Prüfstand senkte, nicht aber im Straßenverkehr. Weltweit waren nach Konzernangaben elf Millionen Autos betroffen.

In diesem Kontext sind bereits ehemalige VW-Manager mit Haft- und Bewährungsstrafen belegt worden. Das Verfahren gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn wurde abgetrennt und ist mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt. Winterkorn war von 2007 bis 2015 VW‑Chef. Er trat im Zuge des Skandals zurück.

Das Verfahren gegen die drei Manager soll am kommenden Montag fortgesetzt werden. Bis Ende kommenden Jahres sind mehr als 150 Verhandlungstermine angesetzt. Am 24. November läuft zudem ein weiteres Verfahren gegen sieben angeklagte VW-Mitarbeiter in Braunschweig an.