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Aaron Rodgers war einst die Angst der NFL. Er war der Mann, der Wunderpässe warf. Ein viermaliger MVP. Super-Bowl-Sieger 2011. Mit den Green Bay Packers lehrte er die Liga das Fürchten. Doch seit seinem Abgang 2023 befindet sich seine Karriere im freien Fall. Mittlerweile ist es so schlimm, dass ich mir das nicht mehr angucken kann.

Dabei sollte doch alles so vielversprechend werden. Es war der 11. September 2023. Ganz New York war an diesem Tag nicht nur wegen des Gedenkens an die Terroranschläge in Aufruhr – sondern auch wegen Rodgers' erstem Spiel für die Jets.

Der Heilsbringer sollte die trostlose Franchise endlich wieder zu Erfolgen führen. Ich war damals im Stadion, als Rodgers mit einer gigantischen USA-Flagge aufs Feld lief. Das MetLife-Stadium tobte – und glaubte spürbar an die Erlösung. Es fühlte sich an, als würde Jesus persönlich den Rasen betreten.

Doch kurz danach kam alles anders: Rodgers riss sich die Achillessehne.

Aaron Rodgers und das Desaster bei den Jets

Ich machte mich von den Presseplätzen schnell auf den Weg in die Katakomben. Dort angekommen fuhr Rodgers mit ausgestrecktem Bein an mir vorbei. Niedergeschlagen. Sichtlich mit der Frage beschäftigt: Kann ich überhaupt noch einmal spielen?

Rodgers kämpfte sich in der Folge tatsächlich zurück. Doch seine Zeit bei den Jets wurde alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Es war ein reines Desaster. So war es für alle Beteiligten das Beste, dass er 2025 entlassen wurde.

Nach dem bitteren Ende im Big Apple suchte Rodgers bei den Steelers noch einmal nach dem großen letzten Kapitel. In diesem Frühjahr kämpfte er lange mit der Frage, ob er nicht einfach aufhören solle. Tja, hätte er es mal gemacht. Denn was als Hollywood-Finale gedacht war, erinnert immer mehr an einen Horrorfilm, der nicht enden will.

Seine Zahlen sind schlicht eine Katastrophe!

Schlechtester Saisonstart seiner späten Karriere

Rodgers erlebt den schlechtesten Saisonstart seiner späten Karriere. In den wichtigsten Quarterback-Kategorien landet er jeweils auf dem letzten Platz. Zu wenig Touchdowns. Zu wenig Yards. Zu viele Fehler.

Schlimmer noch: In seinen vergangenen drei Spielen kassiert er zehn Sacks, verliert viermal den Ball und wirft zwei Interceptions. Drei seiner vier Ballverluste führen sogar direkt zu Touchdowns des Gegners.

Früher entschied Rodgers Spiele. Heute entscheidet er sie immer öfter für den Gegner.

Klar, die Steelers sind alles andere als ein offensiver Leckerbissen. DK Metcalf ist ein Schatten seiner selbst, Michael Pittman ist verletzt, und ansonsten war es das auch. Nur gerade das war früher seine Stärke: Aus wenig Gold machen.

Mittlerweile sorgt er nur noch abseits des Feldes für Aufsehen. In Interviews packt er fröhlich über die Sex-Vergangenheit seiner Ex-Freundinnen aus, pöbelt gegen jegliche Corona-Maßnahmen und gibt sich als Stimme der „Freiheit“ aus.

Natürlich wird Aaron Rodgers immer eine NFL-Legende bleiben. Vier MVP-Titel, ein Super Bowl und unzählige magische Momente kann ihm niemand nehmen.

Aber genau deshalb fällt dieser Absturz so schwer.

Die größten Sportler erkennen irgendwann den richtigen Zeitpunkt für den Abgang. Sie verlassen die Bühne, bevor das Publikum wegschaut.

Rodgers hat diese Ausfahrt verpasst.