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Es wird immer ungemütlicher für Aaron Glenn! Die New York Jets verlieren auch gegen die zuvor sieglosen Miami Dolphins mit 25:28. Für Glenn ist es die nächste bittere Pleite in einer ohnehin schon schwachen Bilanz. Nach nicht einmal zwei kompletten Spielzeiten als Jets-Coach wächst der Druck gewaltig. Und trotzdem ist Glenn überzeugt: Seine Jets sind auf dem richtigen Weg.

„Ich weiß, wie unsere Bilanz aussieht“, sagt Glenn nach der Niederlage. „Aber ich weiß auch, was ich von diesen Spielern halte und wie diese Spieler spielen.“ Für ihn sei entscheidend, dass seine Mannschaft nicht aufgebe.

Nur: Die Zahlen sprechen eine andere Sprache!

Noch kein Divisionssieg für Glenn

Glenn, der einst selbst als Cornerback für die Jets spielte, steht in seiner zweiten Saison als Head Coach bei insgesamt nur fünf Siegen aus 24 Spielen. Besonders bitter: Gegen Gegner aus der eigenen AFC East ist seine Bilanz inzwischen 0:8. Dazu stehen die Jets in dieser Saison nach sieben Spielen bei 2:5.

Auch gegen Miami läuft New York früh hinterher. Die Dolphins erzielen auf ihren ersten beiden Drives jeweils einen Touchdown und führen zur Pause mit 21:7. Ausgerechnet Miami, das zuvor noch kein einziges Saisonspiel gewonnen hatte, erwischt damit gegen die Jets seinen besten Start. Glenn nimmt die Verantwortung anschließend auf sich: „Wenn es um dieses Spiel geht, bin ich sehr enttäuscht. In erster Linie von mir selbst.“

Besonders brisant: Ausgerechnet Glenns Defense bereitet große Sorgen. Der Head Coach ist selbst für die Spielzüge der Verteidigung verantwortlich, doch gegen Miami findet sie zunächst überhaupt keinen Zugriff. Die Dolphins, die vor der Partie zu den schwächsten Offensiven der NFL gehörten, legen in der ersten Hälfte zwei lange Touchdown-Drives über 14 und 15 Spielzüge hin.

Safety Dane Belton sagt: „Wir wollen definitiv besser in ein Spiel starten, vor allem, wenn man die Defense zuerst aufs Feld schickt. Wir erwarten ein anderes Ergebnis.“

Nach der Pause kämpfen sich die Jets zumindest noch einmal zurück. Die Defense stabilisiert sich, offensiv kommt New York ebenfalls besser ins Spiel. 3:24 Minuten vor Schluss verkürzen die Jets tatsächlich auf 25:28 und dürfen wieder auf das Comeback hoffen. Doch als es darauf ankommt, bekommt die Verteidigung Miami nicht mehr vom Feld. Bei einem vierten Versuch und nur noch einem Yard drückt sich Dolphins-Quarterback Malik Willis durch die Mitte und macht den Sieg perfekt.

Und auch in der Offensive gibt es mächtig Gesprächsbedarf.

Im Mittelpunkt steht Star-Receiver Garrett Wilson. Ausgerechnet ihn wollten Offensive Coordinator Frank Reich und Glenn früh und häufig ins Spiel einbinden. Doch Wilson bekommt seinen ersten offiziellen Pass erst gut vier Minuten nach Beginn des dritten Viertels. Am Ende stehen lediglich drei Targets, zwei gefangene Pässe und 26 Yards.

Viel zu wenig für einen Spieler seiner Bedeutung. Glenn übernimmt dafür persönlich die Verantwortung: „Bei einem Spieler seiner Klasse müssen wir alles dafür tun, ihm den Ball zu geben. Ich nehme es auf meine Kappe, dass er nicht die Targets bekommt, die er braucht.“

Gleichzeitig erhöht der Jets-Coach indirekt den Druck auf Reich. Glenn kündigt an, dem Offensive Coordinator entsprechend in den Ohren zu liegen, damit Wilson künftig häufiger den Ball bekommt. Wilson selbst will aus seiner Rolle allerdings kein großes Thema machen und sagt nach der Niederlage nur: „Es ist okay. Ich bin einfach enttäuscht über das Ergebnis des Spiels. So etwas passiert.“

Die entscheidende Frage lautet inzwischen ohnehin: Wie lange kann sich Glenn solche Ergebnisse noch leisten?

Die Jets stehen bei 2:5 und warten seit mittlerweile 15 Jahren auf eine Playoff-Teilnahme. Es ist die aktuell längste Postseason-Durststrecke der NFL. Geht es so weiter, droht am Ende dieser Saison das 16. Jahr in Folge ohne Playoffs.

Glenn hält trotzdem an seiner Überzeugung fest: „Ich weiß, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein müssen. Aber ich glaube fest daran, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Die Fans sehen das offenbar zunehmend anders. Schon gegen Miami gibt es zahlreiche Buhrufe von den Rängen. Am kommenden Spieltag wartet mit den Las Vegas Raiders das nächste Heimspiel. Glenn weiß selbst: „Wir müssen besser spielen und unsere Fans verdienen etwas Besseres. Und das beginnt bei mir.“

Denn langsam braucht Glenn nicht mehr nur Fortschritte. Er braucht Siege.