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Berlin – Mehrere stillgelegte Kernkraftwerke könnten innerhalb weniger Jahre wieder ans Netz gehen – und das wirtschaftlich rentabel. Die ersten Reaktoren könnten demnach bereits 2031 wieder Strom liefern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse der pro-nuklear ausgerichteten Denkfabrik Radiant Energy Group.

Die Autoren des Berichts kommen zu dem Schluss, dass es keine grundsätzlichen technischen Hindernisse für eine Reaktivierung der stillgelegten deutschen Atomkraftwerke gebe. Als erste Kandidaten nennen sie die Anlagen Brokdorf, Emsland, Isar 2, Neckarwestheim 2 und Grohnde. Diese könnten nach Einschätzung der Autoren in rund vier Jahren wieder ans Netz gehen. Es wäre der „Rettungsanker für die Industrie“.

Atomstrom für 37 Euro pro Megawattstunde?

Die durchschnittlichen Kosten des AKW-Stroms beziffert die Denkfabrik auf 37 Euro pro Megawattstunde. Das liege deutlich unter den aktuellen Großhandelspreisen von mehr als 90 Euro pro Megawattstunde, heißt es in dem Bericht.

Die Radiant Energy Group argumentiert außerdem, dass die Wiederinbetriebnahme günstiger wäre als AKW-Neubauprojekte. Das vollständige Reaktivierungsprogramm mit einer Leistung von 18,5 Gigawatt sei größer als das französische Vorhaben zum Bau von sechs neuen EPR2-Reaktoren. Zudem wäre es schneller und günstiger.

AKW-Comeback? Die Zeit läuft

Auf Unterstützung dürfte die Idee der Reaktivierung auch in Teilen der Politik stoßen. Unions-Fraktionschef Jens Spahn (46, CDU) hatte erst im April erklärt, Deutschland könne seine zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke mit deutlich geringerem finanziellen Aufwand wieder ans Netz bringen als andere Länder ihn für den Bau neuer Reaktoren aufbringen müssen. Eine Diskussion darüber sei „in jedem Fall wert“, so Spahn damals.

Nach Einschätzung der Radiant Energy Group werde eine Reaktivierung allerdings mit jedem Jahr schwieriger. Der fortschreitende Rückbau der Anlagen, der Verlust von Fachkräften und schrumpfende Lieferketten erhöhten die Kosten und erschwerten eine spätere Wiederinbetriebnahme. Deshalb empfehlen die Autoren ein sofortiges Moratorium für den Rückbau sowie Änderungen am Atomgesetz, um den Betrieb von Kernkraftwerken rechtlich wieder zu ermöglichen.