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Wolfsburg – Die Schock-Nachrichten bei Volkswagen reißen nicht ab! Nach dem Milliardenverlust im dritten Quartal und den freien Fall auf dem China-Markt kündigt Europas größter Autobauer den nächsten Kostenschock an. Die Entwicklung des ID.Golf, der Elektro-Variante des erfolgreichen VW Golf, wird ausgesetzt – vorerst, wie es heißt. Das Modell sollte ab Anfang der 2030er-Jahre gebaut werden und die Zukunft des Stammwerks Wolfsburg sichern helfen.

Thomas Schäfer (56), Vorstandschef der Marke Volkswagen Pkw, sagte in einem im Intranet veröffentlichten Interview (liegt BILD vor): „Wir können uns diese Arbeiten gerade schlicht nicht leisten.“ Deshalb würden die Entwicklungsvorleistungen für das mit großen Hoffnungen verbundene Kompaktmodell ausgesetzt. „Wir haben im Vorstand eine harte Entscheidung getroffen, die wir alle tragen.“

Noch kein Aus für den ID.Golf

Allerdings: Die Arbeiten sollen so schnell ‌wie möglich wieder aufgenommen werden. „Wir müssen jetzt die Wege und Mittel finden, um unsere Zukunft wieder bezahlen zu können“, sagte Schäfer. Dafür müssten die Kosten im Werk Wolfsburg weiter gesenkt werden – aktuell noch um 300 Millionen Euro im laufenden Jahr. „Die Lage ist ernst“, sagte Schäfer. Das ​Sparprogramm sei ein Marathon. „Aber eines ist auch klar: Ein kleiner Sprint würde uns gerade helfen.“

Bedeutet die Entwicklungspause jetzt das Aus für den ID.Golf? Nicht unbedingt. Der Zeitplan für die Markteinführung lasse sich möglicherweise einhalten, heißt es im VW-Betriebsrat, Zeitverzug lasse sich aufholen. „Der Ausgaben-Stopp für die Vorleistungen zum ID.Golf ist aber ein weiteres Anzeichen dafür, wie ⁠angespannt die finanzielle Lage des Konzerns ist.“ Und auch Schäfer betont: „Wir pausieren, wir streichen nicht.“

Der VW-Konzern meldete am Donnerstag einen Verlust von 5,82 Milliarden Euro im Zeitraum von Juli bis September. Bei VW Pkw lag das Defizit bei 182 Millionen Euro. Es war der erste Quartalsverlust seit dem Corona-Jahr 2020. „Das Ergebnis ist schlecht. Da gibt es nichts schönzureden“, räumte Schäfer ein. Kurios: Ausgerechnet die steigende Nachfrage nach Elektroautos ist Schäfer zufolge ein Grund dafür. Bei diesen Modellen liegt die Gewinnmarge niedriger als bei vergleichbaren Verbrennern.