Viterbo/Rom (Italien) – Bei fast 40 Grad sprang er zur Abkühlung in einen See, dann verschwand er spurlos. Seit Samstagnachmittag suchen Rettungskräfte am Lago di Vico nördlich von Rom nach Luigi Cavallari (84), dem Ehemann der italienischen Familienministerin Eugenia Roccella (72).
Nach Angaben der Rettungskräfte sprang der 84-Jährige am Samstagnachmittag von einem kleinen Boot ins Wasser. Zunächst tauchte er noch einmal auf und klagte über Unwohlsein. Anschließend ging Cavallari unter. Das Boot war inzwischen leicht abgetrieben und konnte ihn offenbar nicht mehr erreichen.
15 Grad Temperaturunterschied
Nach Informationen der italienischen Zeitung „La Repubblica“ könnte ein Temperaturschock den Notfall ausgelöst haben. Dem Bericht zufolge lagen zwischen der Lufttemperatur von rund 38 Grad und dem Wasser des Sees etwa 15 Grad Unterschied. „La Repubblica“ berichtet außerdem, dass sich neben Roccella möglicherweise noch eine dritte Person auf dem Boot befand.
Kaum Sicht unter Wasser
Feuerwehr, Carabinieri und Finanzpolizei suchen seit Samstag mit einem Großaufgebot nach dem Vermissten. Taucher, Hubschrauber, Sonargeräte sowie ferngesteuerte Unterwasserroboter durchkämmen den See. Die Einsatzkräfte sprechen von äußerst schwierigen Bedingungen: Schon wenige Meter unter der Wasseroberfläche sei die Sicht nahezu gleich null. Hinzu kommen schlammige Gewässer und dichter Pflanzenbewuchs auf dem Seegrund, die den Einsatz der Taucher zusätzlich erschweren.
Hasskommentare im Netz
Während die Suche weiterläuft, verbreiten sich in den sozialen Netzwerken hasserfüllte Kommentare. Zahlreiche Nutzer kommentierten den aufwendigen Rettungseinsatz und griffen Familienministerin Roccella sowie ihre Angehörigen persönlich an.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Kommentare scharf. Auf X bezeichnete sie die Kommentare als „niederträchtig und unmenschlich“. Es gebe Grenzen, die auch im politischen Streit nicht überschritten werden dürften.