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München – Mit seinem Mini Cooper fuhr Farhad Noori (25) in eine Verdi-Demo in München. Eine Frau (37) und ihre Tochter (2) starben durch die Auto-Attacke. Jetzt steht fest: Noori muss ins Gefängnis. Das Gericht verurteilte ihn wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft.

Das Oberlandesgericht der bayerischen Landeshauptstadt stellte bei dem aus Afghanistan stammenden 25-Jährigen am Donnerstag außerdem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren Gefängnis erheblich erschwert.

Farhad Noori war am 13. Februar 2025 mitten in München mit seinem Mini in einen Demonstrationszug gerast. Laut Anklage fuhr er „mit 34 bis 42 km/h“ zwischen Polizeiautos hindurch in die Menge. Amel S. und ihre Tochter wurden zehn Meter durch die Luft geschleudert und starben wenige Tage später an schwersten Kopfverletzungen. Der Mini kam nur zum Stehen, weil die Reifen durch unter dem Wagen eingeklemmte Personen die Bodenhaftung verloren hatten.

Gericht folgte Forderung der Bundesanwaltschaft

Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass Noori absichtlich von hinten mit einem Auto in den Demonstrationszug fuhr. Der Vorsitzende Richter Michael Höhne sagte, der Tatort sei „ein einziges Trümmerfeld“ auf einer Breite von zwölf Metern und einer Länge von 23 Metern gewesen. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Bundesanwaltschaft. Die Verteidigung hatte hingegen auf 15 Jahre Haft sowie die Unterbringung ihres Mandanten in der Psychiatrie plädiert.

Das Gericht verurteilte ihn wegen zweifachen Mordes und 23-fachen versuchten Mordes. Damit wertete die Kammer einen Fall mehr als versuchten Mord als die Bundesanwaltschaft. Außerdem verurteilte das Gericht den 2016 nach Deutschland gekommenen Angeklagten wegen 19-facher gefährlicher Körperverletzung und dreifacher vorsätzlicher Körperverletzung. „Die Tathandlung war, man muss es so deutlich sagen, auf die Vernichtung von Menschenleben angelegt“, hatte einer der beiden Vertreter der Bundesanwaltschaft in seinem Plädoyer gesagt.

Motiv: religiöse und politische Gründe

Die Bundesanwaltschaft stellte bei Farhad Noori ein komplexes Motivbündel fest. Bei ihm sollen sowohl religiöse als auch politische Gründe eine Rolle für den Anschlag gespielt haben. Dazu kamen Einsamkeit und diffuse Ängste. Von Reue keine Spur. Noori zeigte beim Prozessauftakt sogar viermal den Islamisten-Gruß. Im Prozess machte er keine Angaben zu seinem Motiv.