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München – Das „FC Bauern Hurensöhne“-Banner auf der Meisterfeier des FC Bayern München ging bundesweit durch die Medien und ärgerte den FC Bayern offenbar nachhaltig. Inzwischen beschäftigt der böse Streich von Löwen-Fans sogar die Polizei und die bayerische Justiz.

Bei der Titelfeier des deutschen Rekordmeisters am 17. Mai hatten Anhänger des Lokalrivalen TSV 1860 München (aktuell in der Regionalliga) ein Spott-Banner auf den Marienplatz geschmuggelt – vor laufenden Kameras im Fanbereich ausgebreitet. Auf der 180 Quadratmeter großen XXL-Fahne war neben dem Logo des FCB auch der Schmäh-Schriftzug zu lesen.

Nach der Schmäh-Aktion hatte der FC Bayern angekündigt, erst mal keine Strafanzeige erstatten zu wollen. Vereinspräsident Herbert Hainer (71) erklärte mit einem Seitenhieb Richtung Erzrivale: „Leider können sich unsere Fans nicht revanchieren, denn so schnell wird es bei 1860 keine Meisterschaft zu feiern geben.“ Ganz so locker nahm der Klub die „Bauern“-Attacke der gegnerischen Löwen-Fans dann aber doch nicht. Nach BILD-Informationen stellte die FC Bayern München AG Strafantrag wegen Beleidigung gegen Unbekannt. Auf BILD-Anfrage bestätigte der Verein dies. Vor wenigen Tagen folgte dann sogar eine Hausdurchsuchung bei einem Tatverdächtigen, der an der Aktion beteiligt gewesen sein soll.

Kripo-Beamte beschlagnahmten Computer

Vier Kripo-Beamte hätten nach einem Eilbeschluss des Münchner Amtsgerichtes die Wohnung des 1860-Fans durchsucht und Computer sowie weitere elektronische Geräte beschlagnahmt – auf der Suche nach Kaufbelegen, Überweisungen und Chats als Beweismittel. Wie BILD vom Anwalt des Beschuldigten erfuhr, sollen die Beamten sehr freundlich gewesen sein und sogar über den Streich geschmunzelt haben.

1860-Anwalt: Hausdurchsuchung war überzogen

Verteidiger Sebastian Wagner, der regelmäßig Fans des TSV 1860 strafrechtlich vertritt, erklärte auf Anfrage: „Das geschilderte Verhalten erfüllt keinen Straftatbestand. Bei der FC Bayern AG handelt es sich auch nicht um ein beleidigungsfähiges Kollektiv.“

Zudem ärgert er sich, dass es überhaupt zu der Durchsuchung kam: „Man gewinnt den Eindruck, der FCB sagt ‚hüpf‘, und die Münchner Justiz fragt ‚wie hoch?‘.“ Laut Staatsanwaltschaft München seien die Hürden für eine Hausdurchsuchung jedoch nicht besonders hoch. Es reiche schon ein begründeter Tatverdacht für einen Beschluss.

Warum der FC Bayern Anzeige erstattete

Nach dem Streich im Mai wurde die XXL-Fahne konfisziert. Die Löwen-Fans forderten sie im Anschluss zurück. Die „Blaue Hilfe 1860“ (Solidaritätsgemeinschaft, die Fans des TSV 1860 München bei Problemen mit der Justiz und Polizei unterstützt) hatte die Herausgabe mit den Behörden sogar schon ausgehandelt – doch vor dem Übergabetermin erfolgte die Anzeige des FC Bayern.

Diese erfolgte nach BILD-Informationen zum einen, weil der Double-Sieger verhindern wollte, dass das XXL-Schmäh-Logo wieder in Umlauf kommt. Und zum anderen griff der Klub letztlich doch auf juristische Mittel zurück, weil die Bayern generell die Verunglimpfungen ihres Logos nicht tolerieren wollen – auch aus der Verantwortung ihren Fans gegenüber.

Jetzt geht der Zoff in die Verlängerung. Der Beschuldigte ließ über seinen Anwalt ausrichten: „Ein Derby dauert 90 Minuten. Vor Gericht würde ich es mit dem FC Bayern aber auch in der Nachspielzeit aufnehmen.“