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Verbote, Verfügungen, Bußgelder und Strafen. München wird zur Verbotszone. Genauer: zur Wassernutzungs-Verbotszone. In seiner „Allgemeinverfügung zur Wassernutzung“ wendet sich Münchens grüner Oberbürgermeister Dominik Krause (35, Grüne) an „seine“ Bürger. Motto: Wer nicht hören will, muss fühlen. Die Botschaft: Wenn Appelle nicht mehr reichen, greife ich eben durch.

Wasser zum Befüllen von Badebecken entnehmen: VERBOTEN!

Seinen Garten zwischen 9 und 19 Uhr gießen: VERBOTEN!

Das eigene Auto zu Hause waschen: VERBOTEN!

Ganze sieben Verbote reihen sich aneinander. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro geahndet.

Was war passiert? Zunächst hatte Krause an die Bürger seiner Stadt appelliert, angesichts der hohen Temperaturen und niedrigen Wasserstände weniger von dem kostbaren Nass zu verbrauchen. Doch der Appell fruchtete nicht. Der Wasserverbrauch ist in München wieder gestiegen. Normalerweise liegt dieser in München bei 300 Millionen Litern pro Tag, zuletzt waren es 360 Millionen Liter.

Ich habe jedes Verständnis für Aufrufe, Wasser zu sparen, wenn es knapp ist. Ich kann nachvollziehen, dass Vorschriften der letzte Weg sind, wenn es bei den Menschen an Einsicht mangelt.

Krause widerspricht sich selbst

Nur: Steht München wirklich vor der Wasserknappheit? „Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber die Hitzewelle macht sich bei der Wasserversorgung bemerkbar“, sprach Krause selbst in seine Instagram-Kamera vor zwei Wochen. Hochgekrempeltes Hemd, eine Trinkflasche in der Hand, die er gerade am Trinkwasserbrunnen aufgefüllt hat. Dann lehnte er sich an einen Baum und appellierte an seine Bürger. Er gründete eine Taskforce.

Ich bin verwirrt. Besteht jetzt dringender Handlungsbedarf oder nicht? Krauses jüngste Worte zeichnen ein dramatisches Bild. Mich erinnern sie an Formulierungen, die wir öfter in der Corona-Pandemie hörten.

Jetzt helfen leider nur noch Verbote. Mit einem Bußgeldkatalog. Auch wenn es in den kommenden Tagen gewittert und regnet. Lieber Bürger: Verbote müssen sein.

Ist das wirklich so? Müssen es wirklich Verbote sein? Ich finde nicht.

Werden Wasserverschwender jetzt denunziert?

Und was folgt daraus? Geht die Münchner Polizei jetzt auf Wasser-Patrouille? Kommt jetzt die „Wasserpolizei“? Kommt bald das Online-Portal, in dem ich meinen Nachbarn bei der Stadt anschwärzen kann, wenn er um 18:45 Uhr den Rasensprenger anstellt?

Krause beweist in München im zweiten Monat seiner Regentschaft, dass er verstanden hat, welche Macht er hat. Er verfügt und untersagt. Droht mit Bußgeldern und Strafen. Weil Appelle nicht funktionieren. Ich glaube, die Bürger haben genug von dieser Bevormundung.

Wasser sparsam zu nutzen, gerade in heißen Sommern, ist vernünftig. Nur stellt sich die Frage, ob der gewählte Weg der richtige ist. Wasserverschwendung einzudämmen, ist wichtig. Bevormundung und Verbote sind es nicht. Verbote sollten das letzte und nicht das erste Mittel der Politik sein.