Dachau (Bayern) – Ein Handyfoto reichte, um den Mathe-Test für 37.000 Zehntklässler in Bayern zu kippen! Knapp zwei Wochen nach der geplatzten Klausur läuft die Aufarbeitung. Das Bildungsministerium hat eine interne Untersuchung an dem Gymnasium in Dachau angeordnet. Hier gelang es offenbar einer Schülerin, ein Foto von den Aufgaben zu machen.
Eigentlich sollten die Zehntklässler in Bayern am 1. Oktober landesweit ihre Mathe-Kenntnisse unter Beweis stellen. Der Jahrgangsstufentest gilt als wichtiger Leistungsnachweis und geht normalerweise in die Bewertung ein. Doch Stunden vor dem Start wurde der Test abgesagt, weil sich Bilder der Aufgaben im Internet und in Klassenchats rasant verbreiteten.
Was an der Schule passiert ist
Seitdem räumt Bayerns Bildungsministerium das Prüfungschaos auf. Das Gymnasium in Dachau und auch die Schülerin, die das Foto machte, sind offenbar bekannt. Ministeriumssprecher Daniel Otto zu BILD: „In Folge eines Versehens an einer einzelnen Schule sind die Aufgaben vorzeitig bekannt geworden.“ Auch das Josef-Effner-Gymnasium spricht von einem Missgeschick. Vermutlich war ein Stapel der Klausuraufgaben für einen kurzen Moment zugänglich. Eine Schülerin nutzte offenbar diese Gelegenheit und machte ein Foto von der ersten Seite der wichtigen Klausur.
Auf dem veröffentlichten Blatt sind Aufgaben zu Dreiecksberechnungen, Winkeln und Gleichungen zu erkennen. Aufgaben, auf die sich Tausende Zehntklässler vorbereitet hatten.
Was das Ministerium zu der Untersuchung sagt
Die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, so das Ministerium zu BILD. „Nach diesem Prozess werden wir entscheiden, mit welchen Maßnahmen verhindert werden soll, dass sich ähnliche Vorfälle wiederholen“, so der Sprecher weiter zu BILD.
Schon zweite Test-Panne binnen eines Jahres
Pikant: Bereits im vergangenen Jahr musste ein bayernweiter Jahrgangsstufentest im Fach Englisch abgesagt werden, nachdem Aufgaben vorzeitig bekannt geworden waren. Damals wurden die Schulen noch einmal ausdrücklich auf die sichere Verwahrung und Geheimhaltung der Unterlagen hingewiesen.