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Der wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilte frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladić ist tot. Nach Berichten serbischer Medien starb der als „Schlächter von Bosnien“ bekannte Ex-General im Alter von 85 Jahren in Den Haag, wo er zuletzt wegen schwerer gesundheitlicher Probleme behandelt wurde. Mladić war eine der zentralen Figuren des Bosnienkriegs und gilt als Verantwortlicher für das Massaker von Srebrenica.

Das Massaker von Srebrenica ereignete sich während des Bosnienkriegs (1992 bis 1995), einem der blutigsten Konflikte der Jugoslawienkriege. In dem Krieg kämpften Bosniaken, Kroaten und Serben nach dem Zerfall Jugoslawiens um die Kontrolle über Bosnien-Herzegowina. Ratko Mladić führte dabei die Armee der bosnischen Serben an.

Nach dem Ende des Bosnienkriegs lebte Ratko Mladić zunächst jahrelang unbehelligt in Serbien und entzog sich dem Zugriff der internationalen Justiz. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatte ihn bereits 1995 wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Erst 2011 wurde er nach jahrelanger Flucht in einem Dorf nahe Belgrad festgenommen und an das Tribunal ausgeliefert. 2017 verurteilten ihn die Richter zu lebenslanger Haft, die 2021 in letzter Instanz bestätigt wurde. Seine letzten Jahre verbrachte Mladić in Haft in Den Haag, wo sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechterte.

Srebrenica wurde eigentlich von UN-Truppen geschützt

Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Juli 1995 eroberten bosnisch-serbische Truppen unter dem Kommando von Ratko Mladić die eigentlich von den Vereinten Nationen geschützte Enklave Srebrenica in Bosnien-Herzegowina. In den Tagen danach wurden mehr als 8000 bosniakische Männer und Jungen systematisch von ihren Familien getrennt, verschleppt und ermordet.

Die bosnischen Serben verfolgten im Bosnienkrieg das Ziel, ethnisch möglichst homogene serbische Gebiete zu schaffen und diese mit Serbien zu verbinden. Muslimische Bosniaken galten dabei als Hindernis. Ratko Mladić hat seine Schuld am Völkermord nie eingestanden.