Bamberg – Volle Auftragsbücher und boomende Geschäfte. Eigentlich klingt bei dem bayerischen Maschinenbauer alles nach profitablem Wachstum. Doch ausgerechnet jetzt ist dem Unternehmen das Geld ausgegangen!
Die Maschinenbau Leicht GmbH (MBL) aus Hallstadt (Bayern) ist zahlungsunfähig und hat Insolvenz angemeldet. Rund 330 Mitarbeiter, darunter 38 Azubis, bangen um ihre Zukunft. Dabei soll der Auftragseingang 2025 um 34 Prozent gestiegen sein. Für 2026 rechnet das Unternehmen sogar mit einem Plus von 44 bis 48 Prozent gegenüber 2024.
Was die Pleite für die Mitarbeiter bedeutet
Den Insolvenzantrag stellte der Maschinenbauer, der zur Mey Group gehört, bereits am 23. Oktober. Das Amtsgericht Bamberg bestellte Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die Gehälter sind voraussichtlich bis Ende des Jahres über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Das ist der Grund für die Insolvenz
Aber wie konnte das Unternehmen überhaupt pleitegehen? Das Problem sind offenbar nicht fehlende Aufträge, sondern die hohen Kosten des Umbaus. Debus zu BILD: „Maschinenbau Leicht stellt sich derzeit deutlich breiter auf. Das erfordert erhebliche Investitionen. Die steigenden Auftragseingänge zeigen, dass die Neuausrichtung am Markt greift. Bis daraus Zahlungseingänge werden, vergeht aber Zeit, und in dieser Phase waren die Kosten der Transformation zuletzt nicht mehr durch die Erträge gedeckt.“
Was der deutsche Maschinenbauer produziert
MBL fertigt u. a. Baugruppen, Maschinenteile und komplette Anlagen. Das Unternehmen arbeitet für Kunden aus dem Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau und der Antriebstechnik, aber auch für Firmen aus den Wachstumsbranchen Rüstung, Luftfahrt, Medizintechnik, Energie und Umwelt.
Das Unternehmen verfügt über einen großen Auftragsbestand bis 2030. Geschäftsführer Jochen Michael Schmidt: „Das Insolvenzverfahren bietet die Chance, unser über Jahrzehnte gewachsenes Spezialwissen, unsere langjährig gewachsenen Kundenbeziehungen und die strategische Neuausrichtung auf eine tragfähige Basis zu stellen.“
So geht es für das Unternehmen weiter
Klar ist aber auch: Für eine „nachhaltige Sanierung“ werden nach Angaben des Insolvenzverwalters neue Gesellschafter benötigt. Deshalb sucht der Maschinenbauer bereits gezielt nach Investoren. Debus zu BILD: „Es gibt auch bereits Interessenten. In welcher Größe das Unternehmen fortgeführt wird und wie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, lässt sich so kurz nach Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens noch nicht seriös beurteilen.“