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Doha – Militärische Unterstützung und eine Freihandelszone. Markus Söder (59) fordert deutliche Hilfen für Staaten am Persischen Golf wie Katar. Nach einem Besuch eines Militärstützpunkts von Katar und einem Empfang bei Staatschef Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (46) sprach sich Söder für deutsche „militärische Hilfe“ in den Golfstaaten aus.

Es sei wichtig, dass Deutschland „zumindest sich hier sehen lässt“, meinte er. „Es wäre gut, wenn das Bundesverteidigungsministerium käme“, sagte er. Eine Stationierung von Bundeswehrkräften in starker Zahl meinte er damit nicht, einen zielgerichteten Einsatz von speziellen Kräften durchaus. „Es wäre auch gut, wenn vielleicht keine Truppenteile, aber technisches Personal bei weiteren Ausbildungsfragen kommen.“

Andere Länder wie Großbritannien und Frankreich seien solche Schritte schon gegangen. „Ich finde, wir Deutschen sollten uns auch hier präsent zeigen. Wir müssen eine ganz klare Priorität setzen, was das Thema militärische Hilfe betrifft. Wir werden mehr Unterstützung leisten müssen für die Partner, denn die sind auch herausgefordert und bedroht.“

Leopard 2 seit 15 Jahren in Katar

Ebenso will Söder die Golfstaaten mit Geschäften an Bayern binden. Mit dem Emir von Katar will er eine enge bayerische Zusammenarbeit beginnen. „Es wird nächstes Jahr einen Wirtschaftsgipfel in München geben“, kündigte er an. „Zur Vorbereitung wird es eine gemeinsame Kommission geben aus der Regierung von Katar und Bayern.“

Auch bei den wirtschaftlichen Verbindungen komme dem Verteidigungssektor eine entscheidende Rolle zu. Söder: „Bei den Themen KI, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung stoßen wir hier auf offene Türen.“

Ein Begleiter bei Söders Reise durch Katar: Florian Hohenwarter, Deutschland-Chef von Panzerhersteller KNDS. Seine Firma betreut und wartet in Katar Panzer vom Typ Leopard 2 und Boxer, die das Emirat für Milliarden gekauft hat. Der Söder-Besuch hilft dem Unternehmen. Hohenwarter zu BILD: „Wir haben schon eine langjährige und gute Position in Katar, die wir uns über Jahre durch die Fahrzeuge und die Unterstützung erarbeitet haben. Der Besuch hilft uns insoweit, dass man bei neuen Innovationsthemen noch einmal einen Neustart mit neuen Technologien machen kann.“

Für eine weitere Zukunft stellt sich Söder vor, dass die EU eine stärkere Präsenz am Persischen Golf zeigt. „Europa muss unabhängiger werden. Eine Freihandelszone mit den Golfstaaten wäre ein ganz wichtiger Beitrag dazu“, sagt er. Das Abkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika, das seit 1. März vorläufig in Kraft ist, könne dafür ein Vorbild sein.