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Lieber Thorsten Legat, wissen Sie, ich träume seit Jahren von Realityshows mit Leuten, die man da niemals erwarten würde. Wie wäre „Das Sommerhaus der Superdenker“ mit Richard David Precht, Peter Sloterdijk und Grönemeyer?

Die Titel dürfen ja ruhig ein bisschen übertrieben sein. Oder ein Dschungelcamp, in dem nur Geisteswissenschaftler sitzen. Titel: „Ich hab promoviert, holt mich hier raus.“

Das wäre ein Quotenhammer. Aber solche Leute sind den Sendern viel zu teuer.

Sie sind aus Bochum und waren ein guter Fußballer, leider mit der Tendenz, öfter mal auszurasten. Danach wurden Sie, wie ein Kollege sehr schön schrieb, eine „prägende Reality-Persönlichkeit“, Sie sind in Deutschland quasi der Franz Beckenbauer des Trashfernsehens.

Ich mag Trash.

Sie waren echt überall – Dschungelcamp, Sommerhaus der Stars, Ninja Warrior, Villa der Versuchung, Promiboxen, sogar Bauer sucht Frau – keine Ahnung, ob sie da als „Frau“ oder als „Bauer“ gecastet waren.

Jetzt haben Sie erklärt, dass Sie nie wieder an so was teilnehmen. Das Niveau dort sei Ihnen inzwischen zu niedrig. Sie sprechen von „billigen Tik Tokern“, die da herumhängen.

Seit ein paar Jahren geht an Ihrer Stelle Ihr Sohn Nico Legat in die Reality-Shows. Ich lese: „Er betrog seine Freundin vor laufender Kamera“. Wow! Ich glaube, da entsteht gerade eine Dynastie, wie beim Zirkus die Familie Althoff.

Harald Martenstein

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