Macron meldet zunehmende hybride Bedrohungen durch Russland
Die Bedrohungen durch hybride Angriffe Russlands haben in Frankreich und im Rest Europas nach den Worten des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in den vergangenen Wochen zugenommen. Er habe daher einen Plan zum Schutz der kritischen Infrastruktur ausarbeiten lassen, sagte Macron nach einem Treffen mit Vertretern aller Parteien sowie der Präsidentschaftskandidaten im Élysée-Palast. Dabei ging es auch um Maßnahmen für den Umgang mit den hohen Spritpreisen und der geopolitischen Lage.
Zu der Sitzung waren auch Vertreter der Geheimdienste geladen. Die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen und der linkspopulistische Kandidat Jean-Luc Mélenchon schlugen die Einladung aus und ließen sich vertreten.
Der konservative Präsidentschaftskandidat Édouard Philippe sagte, das Treffen habe verdeutlicht, wie sehr die Bedrohungen und Risiken zunähmen, denen Frankreich infolge des Ukrainekonflikts ausgesetzt sei.
Inlandsgeheimdienst prüft Anschlagsrisiko
Erst Ende August sagte die Chefin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, Céline Berthon, dass ihr Land nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle das Anschlagsrisiko auf wichtige Unternehmen und Infrastruktur prüfe. Die Bedrohung betreffe vor allem die französische Verteidigungs- und Technologieindustrie, aber auch strategische Sektoren wie Energie und Kommunikation.
Anfang August war auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs entdeckt worden, das für Militärtransporte genutzt wird. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich und verhängte mehrere Strafmaßnahmen. Russland wies die Vorwürfe zurück.