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Krakau (Polen) – Bei Schüssen auf einem Marktplatz in Krakau sind am Samstag sechs Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Laut Polizei handelt es sich bei den Verstorbenen um vier Frauen und zwei Männer. Der mutmaßliche Täter (24) wurde festgenommen – er soll aus einem Auto heraus auf Passanten gefeuert haben.

Wie die polnische Regierung am Abend erklärte, war die Tat ein rechtsextremer Terrorakt. Der Schütze sei von „rechtsextremen Ideologien fasziniert“ gewesen, sagte Innenminister Marcin Kierwinski (50). Darauf deute „alles“ hin.

Täter von Polizei niedergeschossen

Polnischen Medienberichten zufolge sollen bei der Schießerei auch Polizeibeamte verletzt worden sein. Der mutmaßliche Schütze sei laut Behörden von den Einsatzkräften zunächst angeschossen und dann gefasst worden. Er wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht und operiert.

Er trug Tarnkleidung und hatte mehrere Waffen

Laut den Ermittlern sei der gebürtige Pole gegen 15 Uhr auf den Marktplatz gefahren und habe dabei mit einem halbautomatischen Sturmgewehr vom Typ AR-15 wahllos auf Menschen geschossen. Dabei wurde auch die Fahrerscheibe einer Straßenbahn durchschlagen. Der Täter saß dabei offenbar selbst am Steuer. Sein Motiv ist bislang unklar.

Aufnahmen in den sozialen Netzwerken zeigen, wie ein Mann in Tarnkleidung verletzt am Boden liegt, ein Gewehr daneben. Eine Polizeisprecherin bestätigte in der lokalen Zeitung „Gazeta Krakowska“: „Der Täter trug Militärkleidung und benutzte eine Waffe militärischen Typs. In seinem Auto befanden sich zahlreiche Waffen und Munition.“

Im Fernsehen erzählte ein Augenzeuge des Weiteren, er habe den Mann gesehen, sein Gesicht sei jedoch durch eine Art Helm oder Maske verdeckt gewesen. Er soll eine kugelsichere Weste getragen haben.

Kursierende Gerüchte, wonach es einen Komplizen gebe, wurden dementiert: „Der einzige bekannte Täter befindet sich in Gewahrsam“, so die Polizeisprecherin. Dabei handelt es sich nach Behördenangaben um den polizeibekannten Handwerker Michal O. aus dem etwa 200 Kilometer entfernten Ostrowiec Świętokrzyski.

Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass der 24-Jährige auf der Flucht an einer Kreuzung in ein anderes Auto gekracht sei. Er sei daraufhin aus dem schwarzen Subaru gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert. Ein Beamter sei getroffen worden, drei weitere seien unter den Verletzten.

„Leute rannten in Panik in die Geschäfte“

Viele Passanten berichteten später von Chaos unter den Menschen auf dem Marktplatz: „Meine Frau rief an. Sie arbeitet auf dem Hauptmarkt. Sie sagte, jemand habe auf dem Marktplatz geschossen. Die Leute gerieten in Panik und rannten in die Geschäfte. Dann hat wohl ein Polizist jemanden erschossen.“

Der polnische ‌Ministerpräsident Donald Tusk (69) schrieb auf X: „Tiefe Anteilnahme an die Familien und Angehörigen der Opfer des tragischen Attentats in Krakau. Höchste Anerkennung für die heldenhaften Polizisten, die unter Einsatz ihres Lebens handelten. Und ein dringender Appell an Politiker aller Lager: Spielt nicht mit dieser Tragödie. Wir werden alle Umstände dieses Verbrechens aufklären.“