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Paris – Es ist zu heiß für die Kühlung von Brennstäben! Wegen der großen und anhaltenden Hitze wurden in Frankreich am Sonntag drei Atomreaktoren heruntergefahren. Acht weitere Meiler wurden gedrosselt.

Aufgrund der Wetterbedingungen und zur Einhaltung der Vorschriften für die Ableitung von Kühlwasser „und damit zum Schutz der Umwelt“ wurden Reaktoren in Golfech an der Garonne, in Bugey an der Rhône sowie in Chooz an der Meuse abgeschaltet, teilte der französische Kraftwerksbetreiber EDF der Nachrichtenagentur AFP mit.

Zudem fuhren jeweils zwei Reaktoren in Saint-Alban, in Blayais und Bugey sowie je einer in Chooz und in Tricastin an der Drôme am Sonntag ihre Leistung herunter. Die Anlage in Tricastin laufe aber seit dem späten Nachmittag wieder normal, erklärte das Unternehmen weiter. Mit den Maßnahmen soll verhindert werden, dass während der aktuellen Hitzewelle zu viel warmes Kühlwasser in die ohnehin wärmer werdenden Flüsse abgeleitet wird.

Frankreich bezieht 70 Prozent des Stroms aus Atomkraft

Frankreich verfügt über 57 Atomreaktoren, die rund 70 Prozent des Stroms produzieren. Alle befinden sich an Flüssen oder am Meer, nutzen das Wasser zur Kühlung der Reaktoren und leiten es erwärmt in den Fluss oder ins Meer zurück.

Um Schäden für die Ökosysteme zu begrenzen, legt die Atomaufsichtsbehörde ASNR für jedes Kraftwerk Höchstwerte für die Wassertemperatur fest. EDF als Betreiber ist verpflichtet, die Leistung seiner Atomkraftwerke unter bestimmten Umständen zu reduzieren.

Frankreich erlebt derzeit die dritte Hitzewelle in zwei Monaten. Bereits bei der zweiten Hitzewelle im Juni hatte EDF Reaktoren herunterfahren müssen.