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München – Wer wird der 1000. Nationalspieler? Beim dritten Klopp-Länderspiel gegen Serbien in München (20.45 Uhr, ZDF und hier im Live-Ticker) kann diese magische Zahl in der Geschichte des deutschen Fußballs geknackt werden. Aktuell gab es in der DFB-Historie 996 Nationalspieler. Jonas Urbig ist die sichere Nummer 997, er feiert seine Länderspiel-Premiere im Tor. Im Kader stehen sieben weitere potenzielle Debütanten. BILD stellt sie vor.

Finn Dahmen (28/Augsburg/Tor)

Der Schlussmann des FC Augsburg gehört seit Jahren zu den konstantesten Torhütern der Bundesliga. Nachdem er in Mainz ausgebildet worden war, wechselte Dahmen 2023 nach Augsburg und entwickelte sich dort schnell zum Stammspieler.

Der 1,86 Meter große Keeper überzeugt mit starken Reaktionen und großer Zuverlässigkeit. Er gehörte als einziger der insgesamt fünf Torhüter zu beiden Klopp-Kadern. Da es unwahrscheinlich ist, dass Klopp gegen Serbien Urbig zur Pause rausnimmt, könnte er gegen Griechenland am Sonntag sein Debüt feiern.

Noah Atubolu (24/Frankfurt/Tor)

Sechs gehaltene Strafstöße in Folge. Das gelang in der Bundesliga-Geschichte bisher noch keinem. Noah Atubolu wechselte in diesem Sommer von Freiburg nach Frankfurt. Der 1,90 Meter große Keeper durchlief sämtliche DFB-Nachwuchsteams und überzeugt vor allem durch seine Reflexe sowie seine Strafraumbeherrschung. Wie bei Dahmen ist es möglich, dass er am Sonntag für Deutschland debütiert.

Finn Jeltsch (20/Stuttgart/Innenverteidiger)

Der Stuttgart-Star hatte in der vergangenen Saison wesentlichen Anteil daran, dass sich der VfB mit Platz 4 in der Bundesliga für die Champions League qualifizierte. Insgesamt stand Jeltsch in der Vorsaison 56-mal auf dem Platz, bereitete zwei Tore vor. In der laufenden Spielzeit kam die 1,88 Meter große Abwehr-Kante in bislang allen fünf Pflichtspielen zum Einsatz. Jeltsch: „Das Telefonat mit Klopp war sehr positiv. Er sieht mein Potenzial und möchte, dass ich meine Stärken einbringe und dem Team helfe.“ Zweikampfstärke, Schnelligkeit, Übersicht – das Top-Talent bringt alles mit, was ein moderner Verteidiger braucht.

Mika Baur (22/Celtic/Mittelfeld)

Sein Nachname dürfte vielen deutschen Sportfans bekannt vorkommen – und das aus gutem Grund. Denn Mika ist der Sohn von Handball-Legende Markus Baur. Der absolvierte zwischen 1994 und 2009 insgesamt 228 Länderspiele für Deutschland, wurde 2004 Europameister und 2007 Weltmeister. Baurs Nominierung gehörte mit zu den großen Überraschungen Klopps. Bis zum Sommer kickte der Mittelfeldspieler noch für den SC Paderborn in der 2. Liga, wechselte dann zu Celtic Glasgow nach Schottland. Auch er war total überrascht von der Nominierung. Baur: „Es war bis zu dem Anruf für mich sehr weit weg und sehr weit fern. Mir war klar, dass es mit Glasgow ein nächster Schritt ist, aber dass es so ein Schritt ist, damit habe ich nicht gerechnet.“

Said El Mala (20/Köln/Linksaußen)

El Mala hatte vor 17 Monaten noch für Viktoria Köln in der 3. Liga gekickt, bevor er den FC in der vergangenen Saison dann mit 13 Toren fast im Alleingang zum Klassenerhalt schoss. Als Folge gingen im Sommer Mega-Millionen-Angebote aus Brighton, Brentford und Dortmund im Kölner Geißbockheim ein. El Mala aber blieb am Ende, verlängerte seinen FC-Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2031, trägt in Köln inzwischen die Kult-10 von Klub-Legende Lukas Podolski (41). Viele Experten hatten ihn bereits für die WM gefordert, doch Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nominierte ihn nicht für das Turnier.

Vitaly Janelt (28/Brentford/Mittelfeld)

Der Mittelfeldspieler spielt seit 6 Jahren in Brentford (England). In dieser Saison hat er keine Premier-League-Minute verpasst. Er ist Führungsspieler und Vize-Kapitän. Besonders sein körperbetontes Spiel kann dem DFB-Mittelfeld guttun. Janelt selbst sagt: „Ich bin ein Teamspieler. Ich mache die Drecksarbeit für die Jungs vor mir.“ Beim DFB machte er 2016 mit einem Skandal auf sich aufmerksam. Während einer Länderspielreise hatte eine Hotel-Angestellte Feuer im Zimmer der Top-Talente Janelt und Idrissa Touré (heute AC Monza) entdeckt. Der Auslöser: Eine Shisha-Pfeife war in Brand geraten. Beide wurden suspendiert. Während Tourés Nationalmannschaftskarriere damit beendet war, arbeitete sich Janelt über die Klub-Stationen Bochum und Brentford (aktuell Stammspieler/2 Scorerpunkte) weiter nach vorne. Und hat es jetzt sogar in den Kader der A-Nationalmannschaft geschafft.

Derry Scherhant (23/Freiburg/Linksaußen)

Letzte Saison war er häufig noch der Joker für Freiburg-Legende Vincenzo Grifo (33). Jetzt ist Derry Scherhant (23) auf dem linken Flügel klar gesetzt. In allen vier Bundesliga-Spielen startete der Youngster von Beginn an. Wettbewerbsübergreifend kommt er bereits auf zwei Tore und sieben Vorlagen in sieben Spielen – damit ist er Freiburgs Top-Scorer. Er steht gegen Serbien sogar in der Startelf!

Die Nominierung ist der Lohn für die harte Arbeit. Im Sommer verzichtete Scherhant auf einige Urlaubstage, um in Köln mit einem Privattrainer Extraschichten zu schieben.

Felix Keidel (23/Elversberg/Mittelfeld)

Der Rechtsfuß spielt beim Aufsteiger im defensiven Mittelfeld. Erst beim Liga-Auftakt gegen Leverkusen (3:2) feierte Keidel sein Bundesliga-Debüt. Vor einem Jahr war der 1,78-Meter-Mann für eine Mini-Ablöse von rund 400 000 Euro aus Ingolstadt ins Saarland gewechselt. Spielte bis Sommer 2025 noch in der 3. Liga. Nach einer Saison in der 2. Liga geht es nach nur wenigen Bundesliga-Partien direkt in die Nationalmannschaft. Keidel kann auch als Rechtsverteidiger spielen. Für das Spiel gegen Serbien wurde Keidel aus dem 23er-Kader gestrichen. Er darf sich aber Hoffnungen machen, gegen Griechenland am Sonntag zu debütieren.

Jonas Urbig (23/Bayern/Tor)

Bayerns Nummer 2 ist gegen Serbien Deutschlands Nummer 1. Im Januar 2025 wechselte Urbig von Köln nach München, machte seitdem stolze 34 Spiele – und überzeugte fast immer. Er hält auf der Linie glänzend, ist für sein Alter enorm ruhig, stark am Ball. Gerade beim Mitspielen hat er extrem von Neuer gelernt. Mit seinen langen, präzisen Bällen leitet er oft Angriffe direkt ein. Neuer ist für Urbig Freund und Mentor: Beide verstehen sich blendend, waren schon bei der WM unzertrennlich. Da war Urbig bereits als Trainingstorwart dabei, durfte so schon mal Turnier-Erfahrung sammeln.