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Mainz – Als Landwirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz kämpft Christine Schneider (54, CDU) für regional produzierte Lebensmittel. Die sind zwar laut Umfragen beliebt, am Ende würden Verbraucher aber doch zur billigeren Alternative greifen, kritisiert die Ministerin. Ein Problem, weil es der Landwirtschaft schadet. Ihrer Meinung nach sind Lebensmittel in Deutschland noch immer zu günstig. Kein Wunder, wenn man ein Ministergehalt bezieht …

„Leider schon seit Jahren“ will die Ministerin beobachtet haben: Was die Menschen in Umfragen sagen, hat mit ihrem echten Einkaufsverhalten nichts zu tun. Dabei wolle sie niemandem etwas vorschreiben, aber „mehr Bewusstsein und Wertschätzung in der Bevölkerung für die Produktion von gesunden Lebensmitteln schaffen“, sagte Schneider laut DPA. Aber mit der Wertschätzung für solche Produkte sei es nicht weit her, meint die CDU-Politikerin – weil Lebensmittel insgesamt zu billig seien.

Wertschätzung geht bei zu günstigem Preis verloren

„Wenn Lebensmittel zu günstig sind, dann geht diese Wertschätzung auch verloren“, sagte die Landwirtschaftsministerin, deren Großvater Winzer und Metzger war. „Und wir haben in Deutschland das Problem, dass Lebensmittel im Vergleich zu anderen europäischen Mitgliedstaaten zu günstig sind.“ In Nachbarländern wie Österreich und Frankreich seien in den Supermärkten überwiegend Lebensmittel aus den eigenen Ländern zu finden.

Übrigens: Christine Schneiders eigenes Durchschnittseinkommen als Landwirtschaftsministerin liegt bei rund 16.500 Euro monatlich (plus Spesen). Teure Lebensmittel kann sie sich also locker leisten.

Und auch der Corona-Pandemie kann die Ministerin noch etwas Positives abgewinnen. In dieser Zeit habe der Absatz von ökologischen und regionalen Lebensmitteln deutlich zugenommen. Das sei sicherlich auch durch die eingeschränkten öffentlichen Freizeitmöglichkeiten und die damit verbundene zusätzliche Zeit zu Hause erfolgt, sagte Schneider. „Leider hat es sich nach Corona genau wieder zurückentwickelt.“