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Houston (Texas) – Mal eben an einem heißen Sommerabend mit einem Wegbier durch die Straßen ziehen? In den USA ist öffentliches Trinken von Alkohol vielerorts seit Jahrzehnten verboten. Doch die Bier-Regeln rund um die Fußball-WM treiben die Sache mancherorts auf die Spitze.

Im ersten WM-Spielort der deutschen Nationalmannschaft ist das besonders deutlich zu spüren. In Houston-Downtown ist es laut städtischer Verordnung verboten, mit offenen Alkoholbehältern durch die Gegend zu laufen oder öffentlich Alkohol zu trinken. Und während der WM gelten rund um die FIFA-Fanzone noch strengere Regeln.

Alkohol ist in den USA generell erst ab 21 Jahren erlaubt. Das Wegbier rund um die Fan-Zone in Houston kann aber auch für Erwachsene richtig teuer werden: Bis zu 500 Dollar Geldbuße drohen. Deutsche Fußball-Fans müssen deshalb kreativ werden. Janis Jarzinka (29) und seine Freunde aus Dorsten (Nordrhein-Westfalen) haben sich extra Silikonhüllen für Getränkedosen angeschafft. Die werden einfach über die Bierdose gezogen – und schon sieht das Budweiser aus wie eine harmlose Cola. Zur Not tut es auch die klassische Papiertüte. „Bisher waren die Leute hier aber sehr entspannt“, sagt Joel Gievert (27) zu BILD.

Bier nur bis zur 75. Spielminute

Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao wird um 12 Uhr Ortszeit angepfiffen – in Deutschland ist es dann 19 Uhr. Wer in Houston schon kräftig vorfeiern will, hat wegen der frühen Anstoßzeit Pech. Denn in der texanischen Metropole darf erst ab 10 Uhr Alkohol ausgeschenkt werden. Pro Person werden auf allen Veranstaltungsgeländen der FIFA, inklusive Stadion, übrigens nur zwei Bier auf einmal verkauft.

Und: „Der Ausschank erfolgt von der Stadionöffnung bis zur 75. Spielminute“, schreibt der DFB in einer Fan-Information. „Das ist als deutscher Fußball-Fan eher schlecht“, sagt Maxi Hauber (26) aus Kißlegg (Baden-Württemberg). „Dann müssen wir vorher ein bisschen mehr trinken“, sagt Lena Kimmerle (27). Nach dem Spiel soll dann in gekennzeichneten Bereichen wieder Bier verkauft werden.

Nicht zu stark torkeln

Wer nach dem Stadionbesuch oder dem Public Viewing betrunken zurück ins Hotel muss, sollte übrigens auch aufpassen. Denn wer zu sehr herumtorkelt, kann ebenfalls von der Polizei gestoppt werden. „Public intoxication“ (deutsch: öffentliche Trunkenheit) gilt in Houston als C-Class-Vergehen – also als eine Art Ordnungswidrigkeit. Das kann mit bis zu 500 Dollar bestraft werden. Allerdings erst, wenn man eine Gefahr für sich oder andere darstellt. Und wer es vor lauter Bier nicht mehr bis zu einer richtigen Toilette schafft, dem droht ebenfalls eine 500-Dollar-Strafe.