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Ottawa/Berlin – Kanada setzt auf deutsche Spitzentechnologie: Premierminister Mark Carney (61) hat am späten Montagabend offiziell verkündet, dass die Regierung Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) als bevorzugten Anbieter für das milliardenschwere Canadian Patrol Submarine Project ausgewählt hat. Nun sollen Verhandlungen über die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten der Klasse 212CD beginnen. Das Vorhaben gilt als größter Beschaffungsauftrag in der Geschichte Kanadas.

„Ich freue mich, bekanntzugeben, dass Kanada TKMS als bevorzugten Anbieter für das Canadian Patrol Submarine Project ausgewählt hat“, erklärte Carney. Jetzt werde man in Verhandlungen über die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten eintreten. Die Finanzierung sei bereits im Haushalt eingeplant. Es handle sich um die „größte Beschaffung der kanadischen Geschichte“, so der Premier. Sollten die Verhandlungen wider Erwarten scheitern, behält sich Kanada vor, den südkoreanischen Schiffbauer Hanwha Ocean als bevorzugten Anbieter zu benennen.

Carney lobt deutsche U-Boot-Technologie

Der kanadische Premier hob insbesondere die Fähigkeiten der deutsch-norwegischen U-Boote des Typs 212CD hervor. Das Brennstoffzellen-Antriebssystem ermögliche mehr als 40 Tage nahezu geräuschloses Tauchen, ohne an die Oberfläche zu müssen. Hinzu kämen Lithium-Ionen-Batterien für höhere Geschwindigkeit und schnelleres Wiederaufladen sowie eine besonders hohe Einsatzfähigkeit unter Eis. Das U-Boot sei speziell für Einsätze in der Arktis ausgelegt und vollständig Nato-kompatibel. TKMS habe angeboten, Boote aus den deutschen und norwegischen Bestellungen „umzupriorisieren“. Dadurch könnten die ersten vier U-Boote bereits bis 2034 an Kanada ausgeliefert werden.

Merz: Starkes Zeichen der Zusammenarbeit

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) begrüßte die Entscheidung unmittelbar vor Beginn des Nato-Gipfels am Dienstag in Ankara: Kanada setze damit „ein starkes Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie“. Das Vorhaben sei „ein großes, strategisches Projekt, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet“.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) wertete die Entscheidung als wichtigen Erfolg: Er bezeichnete die Beschaffung als „Meilenstein für die Stärkung der transatlantischen Sicherheit“. Gemeinsam würden Deutschland, Norwegen und Kanada „die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen“. Die gemeinsame Flotte werde ein wesentlicher Pfeiler der Nato-Strategie für den hohen Norden sein.