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Jerusalem/Amman – Blutbad bei einer Trauerfeier in Jordanien! Bei einem Angriff auf die griechisch-orthodoxe Hamoud-Kirche in der Provinz Karak, etwa 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman, sind mindestens sieben Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Das berichtete der staatliche Fernsehsender Al-Mamlaka am Freitag. Ein Sprecher der jordanischen Regierung sagt, dass sechs Menschen getötet und 28 verletzt wurden.

Während der Trauerfeier eröffneten zwei bewaffnete Männer das Feuer auf die Gäste. Die Angreifer waren laut Bericht aus einem Fahrzeug gestiegen. Ein Augenzeuge, der an der Feier teilnahm, schilderte dem Sender den Ablauf: „Zwei Männer – einer mit einem Gewehr, der andere mit einer Pistole – [hätten] mehrere Minuten lang auf die Trauergäste gefeuert.“ In der Kirche sollen sich zwischen 150 und 200 Menschen aufgehalten haben, so der Sender unter Berufung auf Augenzeugenberichte.

Sicherheitskräfte waren nach Angaben des Senders am Tatort. Die Verdächtigen wurden verfolgt. Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst unklar. Niemand bekannte sich zu der Tat, die Behörden nannten keine Verantwortlichen.

Regierungssprecher Mohammad al-Momani teilte mit, die Sicherheitskräfte hätten Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen. Die jordanischen Behörden verhängten für die Zeit der Ermittlungen zu dem Schusswaffenangriff eine Nachrichtensperre, wie die staatliche jordanische Nachrichtenagentur „Petra“ berichtet. Der jordanische Premierminister Jafar Hassan (58) spricht beim Nachrichtendienst X von einem „terroristischen“ Angriff. Zudem soll es am Abend eine Sitzung des Sicherheitsrates, an der alle Minister und zuständigen Beamten teilnehmen, geben.

Jordaniens König Abdullah II. bezeichnet den Vorfall als Terrorattacke und kündigte Vergeltung an. „Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Familien der Opfer und wir wünschen den Verletzten eine rasche Genesung“, schreibt der Monarch auf der Plattform X. Jedes jordanische Leben sei kostbar und man werde mit „eiserner Faust gegen diejenigen vorgehen, die unsere Nation bedrohen“.

Angriffe dieser Art sind in Jordanien selten

Jordanien gilt als vergleichsweise stabiles Land im Nahen Osten. In diesem Jahr geriet der Staat jedoch zunehmend ins Visier iranischer Angriffe. Hintergrund sind die Ende Februar begonnenen Angriffe der USA und Israels auf den Iran.

Christen bilden in Jordanien eine Minderheit. Das Land beherbergt zugleich mehrere biblische Stätten, die christliche Pilger aus aller Welt besuchen.

Im Jahr 2016 überfielen Bewaffnete in einer Reihe von Angriffen die Polizei in Karak, unter anderem auf eine bei Touristen beliebte Kreuzritterburg. Dabei wurden zehn Menschen getötet, darunter sieben Polizisten, und Dutzende weitere verletzt. Jordanische Sicherheitskräfte töteten die Angreifer nach einem längeren Gefecht.