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Berlin – Von Madrid bis Zypern können europaweit Geschäfte auch sonntags ohne große Regeln öffnen. Handelsverbände fordern, dass Deutschland endlich gleichziehen muss. Und auch Politiker sind der Meinung: Das starre Verkaufsverbot am Sonntag muss fallen, die Läden sollen öffnen!

Christian von Stetten (55, CDU), Chef des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, zu BILD: „Der Bundestag entscheidet über die Sonntagsarbeitszeiten und die Bundesländer über die Sonntagsöffnungszeiten. In beiden Fällen bin ich für eine großzügige Ausweitung der bisherigen Regelungen.“

Auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki (74) fordert die Freigabe der Öffnungszeiten an Sonntagen: „Eine echte Flexibilisierung wäre dringend notwendig. Wer Läden zwangsweise geschlossen halten will, darf sich nicht über sterbende Innenstädte beschweren.“

Bewegung in die Sonntagsdiskussion bringt auch ein Vorstoß der Bundesregierung: Sie will ab 2027 die maximale Arbeitszeit in Backstuben von drei auf acht Stunden verlängern. Soweit die eigene Zuständigkeit.

„Wir sollten den alten Zopf radikal abschneiden. Das haben 1993 die Briten gemacht und 2012 die Italiener und Spanier“, fordert der Berliner Handelsexperte Nils Busch-Petersen (63). 15 EU-Länder regulieren nicht mehr, neun teilweise. Nur in Polen und Slowenien ist der Sonntag weitgehend zum Shoppen tabu. Nach aktuellem deutschen Recht gibt's Sonntagsöffnungen nur aus besonderen Anlässen. Beispiel Berlin: Hier sind im Jahr maximal zehn Freigaben (13-20 Uhr) erlaubt.

Mehr Flexibilität für kleine Geschäfte

Marcel Fratzscher (55), Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), fordert eine begrenzte Freigabe der Sonntagsöffnung. Gerade kleinere Geschäfte bräuchten mehr Flexibilität, um im Wettbewerb mit Online-Plattformen bestehen zu können, so Fratzscher in der „Rheinischen Post“.

Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag will keine generelle Abschaffung des Sonntagsverbots, sondern setzt auf moderne Arbeitszeitregeln. „Der Sonntag bleibt für uns ein Tag für Familie, Erholung und Gemeinschaft“, sagt ihr Vize-Fraktionschef Sepp Müller (37) zu BILD.