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Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt. Aber wenn es ihn gibt, dann bin ich sicher, hat Jens Spahn recht: Gott freut sich über jedes Kind. Und natürlich auch über das Kind von Jens Spahn und seinem Partner Daniel Funke.

Das bedeutet aber nicht, dass Gott sich auch über die sogenannte Leihmutterschaft freut. Leihmutterschaft ist ein beschönigender Ausdruck dafür, dass Frauen aus meist prekären Verhältnissen als Brutkasten missbraucht und Kinder zur Ware gemacht werden.

Die Leihmutterschaft ist außerdem mit gesundheitlichen Risiken für die Mutter verbunden, die der Mieter ihrer Gebärmutter bewusst hinnimmt.

Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten Gründen verboten. Umso bemerkenswerter ist es, dass Jens Spahn genau dieses Verbot, das er als CDU-Politiker mitträgt, für seinen eigenen Kinderwunsch im Ausland umgeht.

Zwar ist es Paaren erlaubt, ein per Leihmutterschaft geborenes Kind nach Deutschland zu bringen. Das ist aber kein Entgegenkommen gegenüber den Eltern – sondern schützt vor allem die Rechte des Kindes.

Jens Spahn schrieb 2015 in einem Beitrag für das Magazin GQ: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“ Spahn fügte dann aber hinzu: „Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“

Dabei ist Leihmutterschaft nicht der einzige Weg für schwule Paare, ein eigenes Kind zu bekommen. Es ist nur der Weg, der am wenigsten Kompromisse erfordert. Und leider der rücksichtsloseste – gegenüber Mutter und Kind.