Berlin – Laut einer aktuellen Umfrage des Forsa-Instituts sieht inzwischen jeder zweite Bundesbürger (50 Prozent) Politiker und Parteien als eines der größten Probleme Deutschlands. Ein höherer Wert wurde in dieser Frage noch nie gemessen. Bis 2021 hatte der Anteil bei maximal 36 Prozent (2005) gelegen.

Selbst am Ende der Ampel-Regierung stuften „nur“ 41 Prozent die Politik als eines der größten Probleme des Landes ein. Dazu passt: Auch Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) steckt im Umfrage-Tief. 78 Prozent der Deutschen sind laut INSA-Umfrage für BILD mit seiner Arbeit unzufrieden. Noch im Oktober letzten Jahres hatte er appelliert: „Wir müssen einfach jetzt zeigen, dass wir in der Lage sind, die Probleme zu lösen.“

Auch die politische Konkurrenz schneidet nicht viel besser ab: 84 Prozent der Befragten sind laut Forsa der Meinung, dass sich die Parteien nicht um die tatsächlichen Sorgen der Bürger kümmern. 56 Prozent der Deutschen glauben inzwischen, dass keine einzige Partei die Probleme des Landes lösen kann.

Politik landet nur auf Platz zwei der Sorgenliste

Das größte Problem bleibt für die Deutschen aber die Wirtschaft. 79 Prozent nennen die wirtschaftliche Lage als eines der wichtigsten Probleme des Landes. Hohe Preise, schwaches Wachstum und die Angst um Arbeitsplätze treiben viele um. Auf Platz drei folgen die sozialen Sicherungssysteme. 42 Prozent sehen dort inzwischen große Probleme. Das ist deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

Von der wachsenden Unzufriedenheit profitiert vor allem die AfD. Im aktuellen BILD-Sonntagstrend des Insa-Instituts kommt die Partei auf 28 Prozent und liegt damit deutlich vor der Union, die nur noch 20 Prozent erreicht.