TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Bekommt die Deutsche Bahn künftig Konkurrenz aus Italien? Der Anbieter Italo will mit eigenen Schnellzügen ab 2028 auf IC- und ICE-Strecken fahren. Das Ziel: Die Preise drücken und mehr Bundesbürger auf die Schiene locken.

„Insgesamt wollen wir mit unseren Preisen ein Fünftel günstiger sein als die Deutsche Bahn“, so Italo-Chef Gianbattista La Rocca (49) zu BILD.

Doch es gibt Widerstand. Bahn und Bahngewerkschaft EVG warnen: Italo will sich nur die lukrativsten Strecken herauspicken. Bedeutet für mindestens 16 Städte, dass sie künftig weniger bzw. gar nicht mehr von IC und ICE angesteuert werden.

Außerdem verlangt Italo eine bessere Planbarkeit. So wollen die Italiener, dass ihnen Lizenzen für die Streckennutzung für bis zu 15 Jahre ausgestellt werden. Und nicht, wie üblich, für jeweils nur ein Jahr. Die Bundesnetzagentur soll darüber in den nächsten Tagen entscheiden. La Rocca hoffnungsvoll: „Wir haben volles Vertrauen in den Prozess. Wettbewerb wird den Fernverkehr in Deutschland flächendeckend verbessern. Wir erwarten insgesamt bis zu 40 Prozent mehr Bahnfahrer pro Jahr.“

Konkret will Italo zunächst mit 30 Fernzügen (bei Siemens bestellt) die Strecken München-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg bedienen. Dort sollen die blauen Italo-Züge im Ein- bzw. Zwei-Stunden-Takt verkehren. Ansteuern will Italo 18 Städte. In einem zweiten Schritt plant der Firmenchef weitere Strecken (Dortmund-Köln-Berlin und Hamburg-Frankfurt-Würzburg).

Die Züge werden laut La Rocca alle mit Ledersesseln, 5G und Starlink (Elon Musk) ausgestattet. In jedem Zug (Kapazität: 500 Sitze) soll es drei Klassen geben: Die günstigste „Smart Class“ soll laut La Rocca im Schnitt 60 Prozent günstiger sein als die 1. Klasse („Club Exekutive“) und 30 Prozent günstiger als die 2. Klasse („Prima Business“).

Sollte der Einstieg in den deutschen Markt klappen, will La Rocca „mindestens 2500 Mitarbeiter“ einstellen.