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Kratzeburg/Neubrandenburg – Es sind dramatische Bilder, die man von den Waldbränden in Kalifornien (USA) kennt: Ein Hubschrauber fliegt über die Baumwipfel hinweg und löscht mit Tonnen von Wasser die lodernden Flammen. Doch das hier ist nicht Los Angeles, das ist Mecklenburg-Vorpommern. Im Müritz-Nationalpark brennt’s!

Im größten Nationalpark Deutschlands (ca. 322 Quadratkilometer) kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Flächenbrand, der auf dem Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes ausgebrochen ist. Zuletzt brannten etwa 360 Hektar, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Abend mitteilte. Das entspricht rund 500 Fußballfeldern.

Immer wieder Detonationen zu hören!

Bundeswehr-Hubschrauber helfen dabei, Flächen zu wässern, um das Feuer einzudämmen. Der Dambecker See, der Granziner See, der Käbelicksee und der Priesterbäker See dienen ihnen als Wasserentnahmestellen. Morgen früh sollen die Hubschrauber wieder vor Ort unterstützen. Gegen 10.30 Uhr soll der Einsatz weitergehen. Feuerwehren anderer Bundesländer schicken Einsatzkräfte und Ausrüstung an die Müritz.

Auf dem Gelände sind immer wieder starke Detonationen zu hören, darunter eine sehr schwere, sagte der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU). Kein Wunder! Nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes gelten in Mecklenburg-Vorpommern rund 60.000 Hektar Wald – etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche – als munitionsbelastet. Davon fallen rund 28.400 Hektar in die höchste Gefährdungskategorie 4, wozu auch panzerbrechende Munition zählt.

Die schwere Detonation sei vermutlich auf panzerbrechende Munition zurückzuführen. „Da große Teile des Gebietes nicht betreten werden können, müssen wir uns auf einen langwierigen Einsatz einstellen“, sagt Müller. Die beiden großen Helikopter vom Typ CH-53 können jeweils bis zu 5000 Liter Wasser transportieren. Auch ein kleinerer Hubschrauber war nach Angaben des Landkreises vor Ort. Allerdings: Ob die Hubschrauber das Wasser direkt über den Brandherden abwerfen können, ist unklar. Wegen der Munitionsbelastung gilt ein Sicherheitsabstand von mindestens 1000 Metern am Boden und auch in der Luft.

Hoffnung auf Gewitterregen

Gemeldet wurde der Brand am Montag. Seitdem werden die Flammen mit Hochdruck bekämpft. Am Donnerstag waren den Angaben nach rund 400 Einsatzkräfte dabei. Für morgen wird auf Gewitterregen gehofft. Denn: Der starke Wind hatte zuletzt die Ausbreitung des Feuers beschleunigt. Die Flammen breiten sich vor allem nach Süden und Osten aus. Der Ortsteil Granzin soll weiter evakuiert bleiben, teilte der Landkreis mit.