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Berlin – In Deutschland gibt es für alles Regeln und Gesetze – fast alles. Denn das Weltall gehörte bislang nicht dazu. Das wird sich nun ändern: Deutschland bekommt ein eigenes Weltraumgesetz. Das bestätigte das Forschungsministerium von Dorothee Bär (48, CSU) der BILD. Der Entwurf werde bereits mit anderen Ministerien abgestimmt, heißt es.

Denn im All wird es immer voller. Immer mehr Satelliten kreisen um die Erde. Und auch Deutschland will mitmischen. Laut Bär sind wir bereits „Raumfahrtnation“, schon in zwei Jahren könnte ein Deutscher zum Mond fliegen. Doch nicht nur der Staat soll in den Orbit, sondern auch private Firmen. Für die mangelt es allerdings bislang an klaren Regeln.

Beispiel: Schießt von Deutschland aus eine Privatfirma einen Satelliten ins All und stürzt der ab, oder kollidiert mit einem anderen Satelliten, haftet bislang der Staat für den Schaden – also der Steuerzahler. Das neue Gesetz soll deswegen unter anderem klarstellen, wer aufkommt, wenn etwas schiefgeht, und wie sich der Staat im Zweifel das Geld zurückholen kann.

Weltall-Schrott soll weniger werden

Auch soll geregelt werden, wer überhaupt einen Satelliten ins All schicken darf. Hierfür wird ein spezielles Prüf- und Genehmigungsverfahren geschaffen. Nur wer nachweisen kann, dass sein Satellit sicher ist und keine Gefahr für andere Flugkörper darstellt, bekommt grünes Licht. Es soll außerdem erklärt werden, wie der eigene Satellit nicht als Weltraumschrott endet.

Raumfahrtministerin Bär erklärt in BILD: „Mit dem nationalen Weltraumgesetz schaffen wir mehr Sicherheit im All: Wir steigern die Betriebssicherheit von Weltraumaktivitäten, verringern Weltraumschrott und geben der deutschen Raumfahrtindustrie durch klare Regeln mehr Planungssicherheit.“ Obendrein würden Sicherheit und wirtschaftliche Chancen im Gleichgewicht gehalten, ohne Start-ups, Mittelstand und Forschung unnötig auszubremsen.

Übrigens: Zuständig für das Thema ist im Ministerium ausgerechnet ein Mann, der das All kennt wie kaum ein anderer Deutscher: Thomas Reiter (68), Abteilungsleiter für Raumfahrt im Ministerium – und ehemaliger Astronaut.