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Die ganze Bundesliga fürchtet diese Hamburg-Kracher. Der HSV gewinnt zum Auftakt des 9. Spieltages das richtungsweisende Keller-Duell gegen Schlusslicht Gladbach 3:1 – dank zweier traumhafter Distanz-Hämmer. Dabei war dieser Sieg (fast) unmöglich.

Denn das 1:0 von Miro Muheim ist das unwahrscheinlichste Tor der laufenden Saison (1,9 Prozent Tor-Wahrscheinlichkeit). Das 3:1 von Albert Grönbaek der drittunwahrscheinlichste Treffer (2,1 Prozent).

11. Minute: Muheim wird nicht angegriffen, knallt die Kugel mit seiner linken Klebe und 129,4 km/h aus 30 Metern ins rechte untere Eck – 1:0. Das härteste Tor der laufenden Bundesliga-Saison.

Muheim hatte bereits bei den Dreiern in Hoffenheim (3:2) und gegen Stuttgart (1:0) den HSV kurz vor Schluss aus der Distanz zum Sieg geballert. Nun sein drittes Knaller-Tor in der laufenden Saison. In der 70. Minute ist dann Albert Grönbaek dran. Sander klärt vor die Füße des Dänen. Der jagt den Ball aus 27,5 Metern mit 112,5 km/h in den rechten oberen Winkel – 3:1.

Scally nutzt Muheim-Patzer zum Ausgleich

Dabei patzt ausgerechnet Muheim vor dem Ausgleich: Nach seinem Fehlpass im Mittelfeld schaltet Gladbach schnell um. Am Ende kann Omari nicht klären. So fliegt ein abgefälschter Schuss von Joe Scally zum 1:1 ins Netz (44.). Kurios: Im Sommer wollte Gladbach Scally noch unbedingt verkaufen. Doch nur weil sich die Neuzugänge Hashioka und Konoplya verletzten, blieb er. Jetzt ist er mit vier Treffern der torgefährlichste Gladbacher.

In der zweiten Hälfte ist der HSV fast komplett in Überzahl. Grund: Schiri Sven Jablonski schickt Gladbach-Verteidiger Ko Itakura mit Gelb-Rot runter (49.).

Das nutzt Hamburg aus: Erst verpasst Daka einen Grönbaek-Pass. Doch dahinter lauert HSV-Bubi Shafiq Nandja (19) und trifft zum 2:1 (60.). Dabei sah Nandja beim Pokal-Aus und in der Liga gegen Frankfurt bei zwei Gegentoren unglücklich aus, bezahlte bitteres Lehrgeld. Nun zahlt das Eigengewächs das Vertrauen mit seinem Tor-Debüt für die HSV-Profis zurück.

Klopp-Debütant Mohya blass

Und Gladbach? Durch die siebte Liga-Pleite bleiben die Fohlen weiter das Schlusslicht. Auch von Klopp-Küken Wael Mohya (17) ist nach seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft wenig zu sehen.

Dagegen feiert der HSV nach zuvor zwei Liga-Pleiten (0:1 in Paderborn, 1:3 in Frankfurt) endlich wieder einen Sieg, baut den Vorsprung auf Gladbach auf 8 Punkte aus und beschert Trainer Merlin Polzin ein vorzeitiges Geschenk für seinen 36. Geburtstag am Samstag. Nach der Länderspielpause geht es zunächst im Nordderby nach Bremen (22.11., 17.30 Uhr). Dann warten die Bayern (28.11., 15.30 Uhr).