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Frankfurt (Main) – In der Debatte um die US-Leihmutterschaft springt der erste einflussreiche CDU-Politiker Jens Spahn offen bei. Mit deutlichen Worten kritisiert Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch (68) die „Verurteilung“ des Fraktionsvorsitzenden der Union: „Der Shitstorm über Jens Spahn verliert jedes Maß“, schrieb Koch beim Netzwerk LinkedIn.

Koch, der als enger Vertrauter und Ratgeber von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) gilt, wird auch gegen moralische Bedenken in der eigenen Partei deutlich: „Die CDU ist eine Partei, keine Religionsgemeinschaft“, schreibt Koch in dem Business-Netzwerk. Selbst in „gesellschaftspolitisch wichtigen Fragen“ dürfe jeder Einzelne abweichende Überzeugungen haben und „sie sogar im Laufe der Zeit verändern“.

Damit spielt Koch auf die Tatsache an, dass Jens Spahn die Leihmutterschaft früher selbst ablehnte, sein Ehemann und er nun aber trotzdem einen Sohn von einer Leihmutter aus den USA bekamen. Der Rechtsanwalt Koch schreibt dazu: „Keiner verstößt gegen ein Gesetz, auch wenn die CDU eine solche Möglichkeit in Deutschland nicht schaffen will.“ Das sei ein „Dilemma“, in dem aber jede Form von „Verurteilung“ unangemessen sei.

Koch wünscht Spahn „alles Glück der Welt“

Deutlich wirft sich Koch auch für Spahn als Fraktionschef in die Bresche: „Jens Spahn ist und bleibt einer der seit langem wichtigsten und erfolgreichsten Politiker der Union.“ Dem „Kind und seinen Eltern“ wünsche er „alles Glück der Welt“. Damit, so Koch, habe „die Sache für mich ein Ende“. Ob das seine Partei auch so sieht, ist allerdings kaum zu erwarten.

Der CDU-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters (45), forderte den Rücktritt von Spahn, von den anderen Landeschefs der Union stellt sich bislang keiner offen hinter ihn. Auch CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (74) legt Spahn den baldigen Rücktritt nahe. „Ich hoffe, Jens Spahn erspart der Union, insbesondere der CDU, eine monatelange Debatte über die Frage, ist er noch der Richtige an der Spitze der Fraktion“, sagte Bosbach im Deutschlandfunk.