Hebron – Nach dem tödlichen Angriff auf israelische Soldaten verschärft Israel das Vorgehen im Westjordanland. Rund um Hebron haben Armee und Sicherheitskräfte einen großangelegten Anti-Terror-Einsatz begonnen. Die Operation soll mehrere Tage dauern.
Am Freitagmorgen waren nahe Hebron zwei israelische Soldaten durch Schüsse getötet worden, drei weitere wurden nach Angaben des Militärs verletzt. Die beiden mutmaßlich palästinensischen Angreifer aus Hebron wurden getötet.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (77) sprach von einem vereitelten „schweren Anschlag“. Er habe Armee und Sicherheitskräfte angewiesen, Hebron sofort abzuriegeln und zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Terroranschläge aus dem Westjordanland zu verhindern.
Am späten Abend teilten die israelische Armee und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet mit, die Einsatzkräfte hätten mit der systematischen Durchsuchung des betroffenen Gebiets begonnen. „Die Kräfte haben begonnen, das Gebiet gezielt, präzise und umfassend zu durchsuchen, um Terrorinfrastruktur und Waffen ausfindig zu machen und zu beseitigen“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung.
An dem Einsatz sind demnach neben Armee und Geheimdienst auch Grenzpolizei und Zivilverwaltung beteiligt. Die Maßnahme sei auf das Gebiet begrenzt, aus dem die Angreifer operiert hätten.
Hebron abgeriegelt, Straßensperren errichtet
Die Sicherheitskräfte riegelten Hebron und das nahe gelegene Halhul ab und errichteten Straßensperren. Bewohner dürfen das betroffene Gebiet nur nach Befragungen und über drei festgelegte Ausgänge verlassen.
Zudem sollen am Tatort illegale Bauwerke abgerissen werden, die ein Sicherheitsrisiko darstellen. Gleichzeitig laufen nach israelischen Angaben in Dutzenden weiteren Orten des Westjordanlands Anti-Terror-Einsätze.
Sicherheitslage wird zum Wahlkampfthema
Besondere politische Brisanz bekommt die Eskalation durch den Zeitpunkt: Am Dienstag findet in Israel die Parlamentswahl statt. Der Konflikt mit den Palästinensern spielt im Wahlkampf eine wichtige Rolle.