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Noch 70 Tage bis zum WM‑Wintermärchen! Die deutschen Handballer starten in Berlin in die Vorbereitung auf die Heim-WM (13. bis 31. Januar 2027). Sportlich will Bundestrainer Alfred Gíslason (67) schon jetzt WM-Haltung sehen. Am Donnerstag (20.30 Uhr, ProSieben, Joyn und Dyn live) geht es vor rund 12.000 Fans in der Uber Arena in der EM-Quali gegen Belgien, am Sonntag (18 Uhr) wartet dann die Partie in der Slowakei.

Gut zwei Monate vor dem Auftakt der Handball-WM gegen Tunesien (13.1., 20.30 Uhr) stellt der DHB auch abseits des Spielfelds die Weichen für die Zukunft. In Berlin feierten die Verbands-Bosse die Vertragsverlängerung mit der Deutschen Kreditbank (DKB) bis 2030.

Für Gíslason zählt in diesen Tagen aber vor allem, wie sich seine Mannschaft auf dem Weg zur WM präsentiert. Und das unabhängig vom Gegner.

„Es ist eine Art Charaktertest“, erklärte Alfred Gíslason im Gespräch mit BILD. Am Montag machte der DHB-Coach seiner jungen Mannschaft eine Ansage: „Es macht die großen Mannschaften aus, dass es vollkommen egal ist, wer der Gegner ist. Sie ziehen ihr Ding durch und sie entscheiden, wie das Spiel ausgeht.“

Heißt: kein Halbgas gegen die Außenseiter, sondern Vollgas Richtung Weltmeisterschaft. Denn so viele Einheiten hat der DHB-Kader, der bis zum Turnier nur noch leicht verändert werden dürfte, nicht mehr.

Und für einige Spieler geht es in dieser Woche deshalb darum, sich für Januar zu empfehlen. Einer davon: Füchse-Linksaußen Tim Freihöfer (24), einer von sieben U21-Weltmeistern von 2023 im aktuellen Lehrgang. Bei der Europameisterschaft im vergangenen Januar war er noch nicht dabei. Der DHB hatte für die EM in Dänemark Rune Dahmke (Kiel) und Lukas Mertens (Magdeburg) nominiert. Beide fehlen in Berlin. Freihöfer hat gute Chancen, den Platz als Nr. 1 zu übernehmen.

Freihöfer zu BILD: „Jedes Spiel zählt, um sich für den Kader zu präsentieren. Ob im Verein, im Training oder bei den Spielen, ich versuche immer, Gas zu geben.“

Noch befasst sich der Berliner nicht mit einer möglichen WM‑Nominierung. „Es fühlt sich immer so ein bisschen kitschig an, aber ich verschwende tatsächlich fast gar keinen Gedanken daran. Weil unser Terminkalender bis dorthin noch ziemlich voll ist. Von daher wäre es auch falsch, da jetzt schon an die WM zu denken“, erklärt der 24-Jährige.

Auch U21-Weltmeister Lasse Ludwig (24), einer von drei Füchsen im Kader, bekommt gegen Belgien seine Chance. Der Torwart ist aber nur bis Freitag dabei, fliegt nicht mit in die Slowakei. Dort bilden die etablierten Keeper Andreas Wolff (35/THW Kiel) und David Späth (24/Rhein-Neckar Löwen) das Torwart-Duo. Der Konkurrenzkampf Richtung Heim-WM läuft.