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Die deutschen Handball-Junioren stehen bei der U18-Europameisterschaft sensationell im Halbfinale – und eine Handball-Ikone wird da noch genauer hinschauen als sowieso schon. Denn einer der Helden beim 33:31 gegen Top-Favorit Island war Elvis Ernesto Kretzschmar. Der 18-Jährige spielt in der Jugend des aktuellen Deutschen Meisters SC Magdeburg und ist der Sohn von Legende und Dyn-Experte Stefan Kretzschmar. Nach dem Sieg im Viertelfinale gab's für Elvis sogar ein Sonderlob von Nationaltrainer Erik Wudtke.

Zur Wahrheit gehört auch: Bis zu diesem Viertelfinale war Kretzsche Junior eher eine Randerscheinung im deutschen Team. Er wurde im Turnier wenig eingesetzt, hatte sich bislang nur bei den Kantersiegen in der Vorrunde gegen Italien und die Türkei in die Torschützenliste eingetragen. Gegen Island traf Elvis Kretzschmar jetzt dreimal, legte zudem weitere Treffer auf. Bester Werfer war Julius Eisend vom THW Kiel, im deutschen Tor hielt Tjorven Knackstedt überragend. Der 18-Jährige, der zur neuen Saison aus dem Nachwuchs des VfL Gummersbach zum ambitionierten Zweitligisten Eintracht Hagen wechselt, legte mit 14 Paraden den Grundstein fürs Weiterkommen.

Handball: Deutsche U18 im EM-Halbfinale

Entsprechend zufrieden war Wudtke mit seinen Jungs: „Julius Eisend war vorne und hinten überragend, ‚Knacki‘ Knackstedt hat vor allem vor der Pause viele freie Bälle gehalten und auch Spieler, die zuvor wenig Anteile hatten, wie Elvis Kretzschmar mit vielen Assists, haben Akzente gesetzt.“ Und weiter: „Ich freue mich total für die Jungs, denn das war wieder ein wertvoller Schritt in ihrer Entwicklung. Sie haben sich sehr mutig in die 5:1-Deckung reingeworfen und haben mit viel Leidenschaft und gleichzeitig taktisch klug gespielt. Gerade das Abwehrverhalten zeigt diese tolle Entwicklung, im Angriff hatten wir immer noch Schwierigkeiten, uns durchzusetzen, aber wir werden besser.“

Die Partie gegen die Nordlichter lief alles andere als unterkühlt ab, eine Disqualifikation, zwei Rote Karten und 14 Zeitstrafen hagelte es. Sogar Ex-Bundestrainer Martin Heuberger, der als Delegationsleiter in Serbien dabei ist, erwischte es. Der aktuelle U20/U21-Nationaltrainer sah im Anschluss an eine Rudelbildung Rot. Zuvor hatte Logi Finsson Torwart-Held Knackstedt umgerannt, der Isländer sah dafür sogar die Blaue Karte. Für Deutschland geht's im Halbfinale am Freitag (17 Uhr) gegen Spanien um den Einzug ins Finale, im zweiten Halbfinale trifft Dänemark auf Slowenien.