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Berlin – Plötzlich stimmt die Position nicht mehr. Das Navi fällt aus. Schiffe und Flugzeuge können sich nicht mehr auf ihre Satellitennavigation verlassen. Auf der Ostsee nehmen die GPS-Störungen dramatisch zu. Und die Auswirkungen reichen inzwischen bis vor die deutsche Küste!

Die Deutsche Marine registriert immer mehr elektronische Störungen und gefälschte Signale auf der Ostsee. Nach Angaben der Marineschifffahrtsleitung reichen die Auswirkungen inzwischen bis in den Raum Rostock. Fregattenkapitän Steffen Lange brachte die Lage drastisch auf den Punkt: „Die Ostsee ist mittlerweile ein Schlaraffenland geworden für elektronische Anomalien.“ Der Verdacht: Russland könnte hinter einem erheblichen Teil der Störattacken stecken.

Besonders auffällig sind die Probleme rund um die russische Exklave Kaliningrad. Dort befinden sich Systeme zur elektronischen Kriegsführung, die GPS-Signale stören oder manipulieren können. Beim sogenannten Jamming überlagern Störsender das echte Satellitensignal. Noch gefährlicher ist Spoofing: Dabei schicken Angreifer falsche Navigationsdaten an Schiffe und Flugzeuge.

Massive Störattacken entlang der Nato-Grenze

Das Problem trifft längst nicht mehr nur Militärs. Eine NDR-Analyse zeigt: 2025 wurde der Luftraum über der Ostsee und ihren Anrainerstaaten in einzelnen Monaten bis zu 160-mal gestört. Das entspricht rund fünf Vorfällen pro Tag. Teilweise sind mehrere Flugzeuge und Schiffe gleichzeitig betroffen. Besonders massive Probleme gibt es im Baltikum und nahe Kaliningrad.

Wie heftig die Auswirkungen sein können, zeigt ein Fall aus diesem Sommer: Der Frachter „Saturn“ verlor auf der Fahrt zwischen Danzig und Süd-Gotland nach Angaben von Militarnyi rund 24 Stunden lang sein GPS-Signal. Auch Finnland registrierte verstärkte Störungen im Ostseeraum.

Doch inzwischen reichen die Störungen viel weiter: Eine aktuelle Karte zeigt großflächige GPS-Störungen nahezu entlang der gesamten Nato-Ostflanke, von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Besonders betroffen sind Gebiete nahe Russland und Belarus.

Ist Putin wirklich schuld?

Für zahlreiche Fälle gibt es starke Belege. Norwegische und finnische Behörden haben Störungen Russland zugeordnet. Die aktuelle Störungskarte allein beweist allerdings nicht, dass jeder einzelne Vorfall auch von Russland verursacht wurde.

Für Deutschland bleibt die Entwicklung dennoch besorgniserregend: Russlands elektronische Kriegsführung ist kein fernes Problem an der Nato-Ostgrenze mehr. Die Auswirkungen sind längst auf der Ostsee vor unserer eigenen Küste zu spüren.