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Fifa-Präsident Gianni Infantino erhielt ein mit der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada verbundenes „zweites Gehalt“, das er nicht offengelegt haben soll. Das geht nach einem Bericht der „Times“ aus dem Formular 990 der US-Steuerbehörde (Internal Revenue Service/ IRS) hervor. Danach erhielt Infantino 2024 von FWC2026 insgesamt 1,72 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich um die in den USA ansässige Organisation, die die WM im Sommer 2026 verwaltete und durchführte. Im selben Dokument ist eine weitere Zahlung in Höhe von 4,2 Mio. US-Dollar aufgeführt. Dieser Betrag entspricht der Gehaltsangabe für Infantino in den Finanzberichten der Fifa. In diesen für das Jahr 2024 veröffentlichten Berichten wurde ein zusätzliches „zweites Gehalt“ in Höhe der 1,72 Mio. US-Dollar jedoch nicht offengelegt.

Artikel 43 der Fifa-Statuten besagt: „Der Vergütungsausschuss legt insbesondere die Vergütungsregeln fest und bestimmt die Vergütung des Fifa-Präsidenten, der Mitglieder des Rates und des Fifa-Generalsekretärs. Die individuelle Vergütung des FIFA-Präsidenten, der Mitglieder des Rates und des FIFA-Generalsekretärs muss öffentlich bekannt gemacht werden.“

Miguel Maduro, der ehemalige Vorsitzende der Fifa-Governance-Kommission, erklärte gegenüber der „Times“, dass die Nichtveröffentlichung von Infantinos zusätzlichem Gehalt einen Verstoß gegen die Statuten darstellen könnte: „Es ist ein eindeutiger Regelverstoß, wenn er weitere Zahlungen von Unternehmen erhält, die mit der Fifa verbunden sind, und diese nicht öffentlich gemacht werden. Die Fifa-Statuten verpflichten zu vollständiger Transparenz. Es ist nicht angemessen, dass der Vergütungsausschuss der Fifa andere Formen der Vergütung genehmigt. Ich bin der Meinung, dass der Fifa-Präsident sehr gut bezahlt werden muss, aber das muss transparent geschehen.“

Die Fifa stellte indes klar: „Die Fifa zahlt dem Fifa-Präsidenten kein zweites Gehalt und erfüllt sämtliche Berichtspflichten im Zusammenhang mit seiner Vergütung. Die jährliche Vergütung des Fifa-Präsidenten sowie weitere vertraglich vereinbarte Leistungen werden vom unabhängigen Vergütungsunterausschuss festgelegt. Die Fifa weist alle Vorwürfe entscheiden zurück, sie habe Finanzinformationen nicht offengelegt und gegen die Fifa-Statuten verstoßen.“

Die neue Enthüllung könnte auch Thema auf der Sitzung des Fifa-Rats am Donnerstag in Zürich sein, dem auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf angehört. Infantino muss sich auch zu weiteren Vorwürfen erklären: Nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump wurde die Rot-Sperre von US-Stürmer Balogun im Achtelfinale gegen Belgien aufgehoben. Zudem hatte Infantino im Alleingang einen von ihm erfundenen Fifa-Friedenspreis an Trump vergeben. Und: Sein Versuch, kommerzielle Rechte an Fifa-Turnieren wie der WM und Klub-WM an einen Trump-nahen US-Investor zu verkaufen, scheiterte am Widerstand der Uefa. Der Europa-Verband kündigte an, einen Gegenkandidaten für die Fifa-Wahl im März 2027 aufzustellen.