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Düsseldorf (NRW) – Er war erst 17 Jahre alt, als er seine Mama ermordete. Die Mutter von sechs Kindern wurde in einen Teppich gewickelt und verscharrt. Jetzt, elf Jahre nach dem grausamen Verbrechen, ist der heute 28-Jährige wieder auf freiem Fuß. Aber jetzt steht fest: Der junge Mann soll Deutschland verlassen.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf machte am Dienstag den Weg für die Ausweisung des Irakers frei. Seine Klage gegen die angedrohte Abschiebung blieb erfolglos. Der 28-Jährige, der seine Haftstrafe inzwischen verbüßt hat, hatte sich gegen die Ausweisungsanordnung des Kreises Mettmann (NRW) gewehrt.

Gericht sieht mögliche Wiederholungsgefahr

Nach Überzeugung der Richter geht von ihm weiterhin eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus. Die Ausweisung sei wegen einer möglichen Wiederholungsgefahr und zur Abschreckung gerechtfertigt. Zudem habe sich der 28-Jährige nicht ausreichend mit seiner Tat auseinandergesetzt und sich nicht genügend von seiner konservativen jesidischen Familie gelöst.

Deutliche Worte fand das Gericht für das Tatmotiv: Der Mord „zur Wiederherstellung der vermeintlichen Familienehre“ stehe „in krassem Widerspruch zum Wertesystem der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ und zeige „ein tiefgreifendes Integrationsversagen in jeder Hinsicht“. Auch seine chronische Darmerkrankung Morbus Crohn verhindere die Ausweisung nicht, da er im Irak behandelt werden könne. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Der 28-Jährige kann versuchen, in Berufung zu gehen.

Mit 17 Jahren die eigene Mutter ermordet

Mordopfer Hanaa S. (†35), Mutter von sechs Kindern, war zwangsverheiratet und laut Zeugen von ihrem Ehemann misshandelt worden. Als sie 2014 mit ihrer jüngsten Tochter in ein Frauenhaus floh, beschloss die Familie laut Gericht ihre Tötung. Die Frau wurde in einen Teppich gerollt, verschnürt und Hunderte Kilometer entfernt in einem Wald bei Bruchsal (Baden-Württemberg) versteckt. Ermittler fanden ihre Leiche zwei Meter tief vergraben, mit einem Spanngurt um den Hals. Der damals 17-jährige Sohn wurde wegen Mordes zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt.