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Traurig, was aus diesem Berliner Traditionsverein geworden ist! Der 124 Jahre alte Fußballklub Tennis Borussia Berlin (TeBe) ist von Judenhassern unterwandert worden. Jetzt kommt raus: U19-Spieler Odai A. (18) wird verdächtigt, einen 30-Jährigen homophob beleidigt und zusammengeschlagen zu haben.

Der 18-Jährige und ein Komplize sollen im August 2025 gegen 23 Uhr am U-Bahnhof Alt-Mariendorf (U6) einen Mann wegen seiner bunten Kleidung angepöbelt haben. Anschließend schlugen die Täter gegen den Kopf ihres Opfers und traten auf den wehrlosen Mann ein, als er am Boden lag. Überwachungskameras filmten den Gewaltausbruch. Auf den Bildern soll der lachende Odai A. deutlich zu erkennen sein.

Inzwischen will der NOFV-Oberligist den mutmaßlichen Schwulen-Schläger suspendiert haben. Rausschmeißen könne man ihn vereinsrechtlich allerdings nicht – die Hürden dafür seien hoch, sagt Pressesprecher Uli Krug auf BILD-Anfrage. Doch er versichert: „Wenn sich das gerichtsfest bewahrheitet, wird er sicherlich keine Zukunft bei Tennis Borussia haben.“

BILD erfuhr: Am Donnerstagabend tauchte Odai A. trotz der Suspendierung beim Training des früheren Bundesligisten auf, spielte ganz normal mit. Für die Mannschaft offenbar kein Problem.

Der Vorstandsvorsitzende Ariel Gala (41) sagt dazu: „Wir müssen den Mitgliedern einen ordnungsgemäßen Trainingsbetrieb sicherstellen. Ich glaube, dazu sind wir rechtlich verpflichtet.“ Zudem solle keine Vorverurteilung von Odai A. stattfinden, solange die Ermittlungen noch andauern. Aber Gala sagt auch: „Natürlich identifizieren wir uns 0,0 mit dem Verhalten des Spielers.“

Jugendabteilung auf Abwegen

Die Teilnahme an Spieltagen dürfe wiederum sanktioniert werden. Gala verspricht deshalb: „Wer antisemitisch auffällt oder sich homophob verhält, der hat kein TeBe-Trikot an Spieltagen zu tragen.“ Ob sich der Verein daran hält, wird sich am Samstag zeigen – dann findet das nächste Punktspiel des Traditionsvereins statt.

Der mutmaßlich gewalttätige Syrer beschreibt sich selbst als „Palästinensischer Diamant“. Er kämpfe wie ein Krieger und seine „Rasse“ sei „Königs Klasse“, so seine Selbstbeschreibung auf Social Media. Auf einem anderen Account lässt er verlauten: „Free Palestine“ und auf Arabisch „Ehre gebührt Allah für alles.“ Auf seinem Tiktok-Account gratulierte er dem ehemals mit Arafat Abou-Chaker befreundeten Influencer „Barello“ zum Geburtstag. Dieser fiel bereits durch Gewaltaufrufe im Anschluss an den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 auf.

„Über die Jahre gewachsene Unkultur“

Dass junge Männer wie er heute in der TeBe-Jugend spielen, scheint kein Zufall zu sein: „Wir haben in der Jugend ein Problem – eine über die Jahre gewachsene Unkultur, die wir aufzulösen gedenken“, berichtet Pressesprecher Krug.

Krug ist erst seit einem Jahr im Verein: „Die Jugendabteilung hat lange Zeit ein ziemliches Eigenleben geführt. Da wurden teilweise Spieler geholt, die wir nicht geholt hätten.“ Jetzt könne er sie nicht mehr loswerden! „Ich glaube einfach, dass TeBe zu zwei völlig unterschiedlichen Vereinen in den vergangenen Jahren geworden ist“, sagt auch Gala: „Unsere Vorgänger haben einfach keine Aufmerksamkeit darauf gelenkt.“

„Für Juden spielen wir nicht“

Bereits in den vergangenen Monaten gab es mächtig Stress im Verein. Die außer Rand und Band geratenen Jugendabteilungen rebellierten gegen den Vorstand. Sie erschienen nicht zu ihren Spielen. Als Grund wurde die schlechte Organisation des Vorstands und des Vorsitzenden genannt. Die Jugendtrainer von 13 Mannschaften von U7 bis zur U19, Eltern und Spieler sollen sich hinter einen Streik gestellt haben.

Krug erkennt an, dass es Probleme gibt, aber glaubt, dass die harte Kritik auch einen anderen Grund hat: „Ich bin fest überzeugt davon, dass die Schärfe des Protests unter anderem damit zusammenhängt, dass mein Vorstandskollege Jude ist.“ Gala bestätigt: „Wenn man sich die internen Chatprotokolle durchliest, gab es da schon durchaus Motivationsgründe auch in diese Richtung.“

In den Gruppen des Jugend-Bereiches zeigt sich purer Juden-Hass: „Israel-Schweine“ oder „für Juden spielen wir nicht“ heißt es dort. Zudem sagt Gala: „90 Prozent der Jugendtrainer kannten mich bis vor dieser Eskalation gar nicht persönlich.“

Krug erkennt: „Es ist natürlich speziell der israelbezogene Antisemitismus in gewissen Bevölkerungskreisen stärker verbreitet als in anderen. Wollte man das bestreiten, dann müsste man die Augen fest schließen.“ Das sei allerdings ein allgemeines Problem, das man aus einigen Berliner Bezirken kenne und nicht nur aus dem Verein. Da würden „teilweise krasse antisemitische Einstellungen eben familiär weitergegeben werden“.

Außerdem glaubt er, dass die Verantwortlichen der TeBe-Jugend aus noch einem Grund sauer sind: Sie würden Elternzuwendungen an Trainer, Korruption und „Spielerverschachern“ nicht mehr dulden. Die Jugendtrainer widersprechen dieser Darstellung und werfen wiederum Gala Korruption vor.

Vereinssprecher Krug: Judenhasser sollen den Verein verlassen

Der Verein wolle dem Unwesen der Jugendabteilung mit Schulungen und Aufklärung begegnen: „Wir arbeiten ja auch mit der Amadeu Antonio Stiftung zusammen und dem Zentralrat der Juden.“ Das Logo der Stiftung ist auch auf die Ärmel der TeBe-Trikots gestickt.

Krug habe bereits positive Erfahrungen gemacht: „Also es gibt sehr einsichtige Spieler aus Jordanien.“ Er merke „wie sich die Spreu vom Weizen trennt“. Die Spreu bittet der Verein entsprechend „den Verein zu verlassen“. Allerdings könne er das Problem nicht so schnell lösen: „Da braucht es wahrscheinlich noch ein bis zwei Transferfenster, bis wir im Verein wieder die Jugendabteilung haben, die wir uns vorstellen.“

Auch Gala wolle etwas verändern: „Wir versuchen gerade alles zu tun, um irgendwie den Verein wieder in sichere Fahrgewässer zu bringen und vor allen Dingen diesen mentalen und strukturellen Umbruch im Nachwuchsbereich vollziehen zu können.“