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Die „Torfabrik“ macht ihrem Namen alle Ehre! Seit Freitag rollt mit Start der Zweitliga-Saison auch der neue Spielball in Pflichtspielen über den Rasen. Nach acht Spielzeiten stellt Adidas (zuvor Derbystar) wieder das offizielle Spielgerät. Und in den ersten sechs Spielen der 2. Liga (ohne die drei Sonntagsspiele) fielen gleich satte 22 Tore.

Am Freitag vor dem Eröffnungsspiel zwischen Bochum und Hertha BSC (0:1) deutete Ex-Profi Lewis Holtby (35/u.a. Schalke, HSV, Kiel) an, dass sich die Fans mit dem neuen Ball auf Torfestivals freuen dürfen. Der TV-Experte bei Sat.1: „Das soll ein Flummi sein. Ich sage mal: ‚Viel Spaß, Torhüter!‘“ Doch was macht den Spielball so gefährlich für die Keeper?

Heuer Fernandes: „Er ist sehr spielerfreundlich“

HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (33) zu SPORT BILD: „Der Adidas-Ball fühlt sich härter an und ist dadurch auch schneller als der von Derbystar. Man kann ihn gut schießen – also ist er eher feldspielerfreundlich (schmunzelt). Als Torhüter hat man durch die schnellere Flugkurve etwas weniger Reaktionszeit. Das sind meine bisherigen Erfahrungen.“

Nürnbergs Torwart Jan Reichert (25) zu BILD: „Der Adidas-Ball ist an der Oberfläche einfach härter und hat dadurch ein ganz anderes Flugverhalten. Man kann ihn viel stärker schießen, er bekommt viel mehr Speed. Je nachdem, wie der Treffpunkt ist, flattert er auch ein bisschen. Wir haben den Jungs gesagt: Wenn ihr schießen könnt, dann haltet drauf. Denn schwerer ist es jetzt auf jeden Fall nicht geworden, ein Weitschusstor zu erzielen.“

Paderborns Torwarttrainer Nico Burchert (39) in der Zeitung Neue Westfälische: „Mit dem neuen Ball wird es für die Torhüter schon ein wenig schwieriger. Wir haben das Gefühl, dass er vom Griff her ein bisschen anspruchsvoller und auch einen Tick schneller ist.“ Und Paderborns Keeper Nahuel Noll (23) sagt: „Der neue Ball ist zudem auf jeden Fall etwas schwerer.“

Torfabrik hat zwölf geklebte, nahtlose Panels

Größter Unterschied des Adidas-Balls zum Derbystar Brillant APS der letzten Saison, mit dem am ersten Zweitliga-Spieltag der Saison 2025/26 (exklusive Sonntagsspiele) 23 Tore fielen: Statt 32 handgenähter Panels setzt der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach beim Torfabrik auf zwölf thermisch geklebte, nahtlose Panels. Dazu hatte der Ball von Derbystar eine Brillant-APS-Struktur, während Adidas auf eine fein strukturierte Grip-Oberfläche setzt.

Adidas schreibt zum neuen DFL-Spielball, dessen Design vom legendären TEAMGEIST inspiriert ist, der 2006 im Jahr der Heim-WM erstmals in Deutschland genutzt wurde: „Die moderne Interpretation kombiniert die charakteristische Paneloptik mit dynamischen Designelementen, welche Schnelligkeit und Bewegung im heutigen Fußball widerspiegeln. Die strukturierte adidas-Logo-Grafik sorgt für eine markante Optik und optimalen Grip, während präzise eingearbeitete Details die Flugstabilität unterstützen.“ Und was sagen die Spieler?

Dresdens Lemmer: „Der Ball ist für Torhüter eklig“

Dresden-Stürmer Jakob Lemmer (26) in der „Lausitzer Rundschau Sport“ auf die Frage, ob der neue Ball für Fernschüsse geeignet ist: „Es ist uns in der Mannschaft auch schon aufgefallen, dass der Ball für die Torhüter eklig ist und nach links und rechts geht. Und wenn man aus der zweiten Reihe abzieht, dann ist es, glaube ich, schwer für einen Torhüter.“

Paderborns Stürmer Stefano Marino (22): „Du kannst beim Schießen auch ein wenig mehr Druck ausüben, ohne dass der Ball gleich zehn Meter übers Tor fliegt. Aber am Ende ist es noch immer ein Fußball. Der hat ja jetzt keine anderen Maße.“ SCP-Torwarttrainer Burchert: „Schwer zu sagen, ob durch den neuen Ball in der Bundesliga und 2. Bundesliga nun mehr Tore fallen werden. Aber ich denke, dass es mehr Fernschüsse geben wird.“

Zum Vergleich: Der Adidas-Spielball „Jabulani“, mit dem bei der WM 2010 in Südafrika gespielt wurde, besaß nur acht Panels. Die aerodynamischen Eigenschaften und die glatte Oberfläche des Balles sorgten damals für teils unberechenbare Flugbahnen. Bei der WM 2026 wurde mit dem „Trionda“ von Adidas gekickt, der sich nur optisch vom Torfabrik-Ball unterscheidet. Neben der 2. Liga kommt der Torfabrik-Ball auch in der Bundesliga, den Relegationsspielen, dem Franz-Beckenbauer-Supercup sowie der neu eingeführten U21-Liga zum Einsatz.