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Während die MotoGP am Wochenende in Katar Station macht, bringen sich in der Formel 1 wichtige Partner in Stellung gegen das Rennen. In drei Wochen soll dort der vorletzte Grand Prix der Saison stattfinden, eine Woche später soll zum Saisonabschluss in Abu Dhabi gefahren werden.

BILD erfuhr vor dem Großen Preis von São Paulo (Sonntag, 18 Uhr, Sky live, Liveticker bei BILD.de): Mehrere Rechteinhaber planen, keine Teams zu den Wüstenrennen zu schicken, wenn diese durchgezogen werden. Konkret soll es sich dabei um Canal + (Frankreich), Servus TV (Österreich) und den spanischen Ableger von DAZN handeln. Auch die Sky-Gruppe (England, Deutschland, Italien) soll über ähnliche Maßnahmen nachdenken.

Die Mitarbeiter eines Sportartikelherstellers, der in der Formel 1 mehrere Teams ausstattet, werden ebenfalls nicht zu den Rennen reisen. Normalerweise sind sie bei den Grands Prix vor Ort.

Druck auf die Formel 1 wächst

Und auch in den Teams selbst rumort es. Diverse Mitarbeiter sollen wegen der aktuellen Lage im Nahen Osten ihren Chefs gegenüber Bedenken angemeldet haben.

Die Formel 1 spielt derweil auf Zeit. Sie hält an den Rennen in Katar und Abu Dhabi fest, lässt aber gleichzeitig die Strecke in Imola/Italien als Alternative vorbereiten. Spätestens am 10. November soll eine Entscheidung fallen. Und lässt hinter den Kulissen die Teamchefs regelmäßig wissen, dass sie die Situation beobachtet und mit allen relevanten Kräften (Regierungen, Sicherheitsbehörden) im Austausch steht.

Das Problem: Sollte die Formel 1 absagen, muss sie für die Kosten aufkommen. Sagen die Veranstalter ab, bleiben sie auf den Kosten sitzen. Aber die Organisatoren denken gar nicht daran, die Rennen von sich aus zu streichen. Im Gegenteil – sie bauen weiter Druck auf, gaben zuletzt immer wieder neue Musik-Acts für das Rahmenprogramm (z.B. Kings of Leon und Jennifer Lopez in Abu Dhabi) bekannt.

Diverse Länder haben ihre Reisewarnungen für die Wüsten-Staaten in den letzten Monaten aufgehoben. Das deutsche Auswärtige Amt rät aktuell nur noch von Reisen nach Katar ab. Für Abu Dhabi heißt es: Von nicht notwendigen Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate wird abgeraten.