TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

West Palm Beach (USA) – US-Tech-Millionär Adam Robinson (†44) wollte mit seiner Familie und Freunden Geburtstag feiern. Eine Auszeit auf den Bahamas. Doch auf dem Weg dorthin stürzte der Learjet 60 in ein Wohngebiet in Palm Beach. Alle neun Insassen, darunter Robinsons kleine Kinder (2 und 4), starben. Jetzt spricht ein Luftfahrtexperte über die mögliche Ursache des tragischen Absturzes: Die Piloten sollen mitten in einen Sturm geflogen sein.

Die Behörden untersuchen den tödlichen Unfall vom Sonntag weiterhin. Der Learjet mit neun Menschen an Bord war auf der Straße neben Wohnhäusern aufgeschlagen und in einem Feuerball aufgegangen. Am Boden wurde wie durch ein Wunder niemand getötet oder schwer verletzt. Laut Aufzeichnungen der Flugsicherung meldete die Co-Pilotin (†20) Turbulenzen, auf dem Jet habe sich Eis gebildet. In der „New York Post“ erklärt Luftfahrtexperte Justin Crabbe, selbst erfahrener Pilot und CEO der Charterflug-Buchungsplattform Jettly, dass sich der Pilot (†55) offenbar entschieden habe, durch einen gefährlichen Sturm zu fliegen. Ein Ausweichmanöver in letzter Sekunde habe den Absturz nicht verhindern können.

Experte: Sturm hätte umflogen werden müssen

„Sie hätten den Sturm unbedingt umfliegen sollen“, wird Crabbe in der „New York Post“ zitiert. Warum sich der Pilot für den Weg durch das Unwetter entschieden hat, wisse er nicht. Womöglich sei das Ziel gewesen, schnell die Bahamas zu erreichen. Als sich trotz Enteisungssystem bereits Eis auf dem Flugzeug gebildet hatte, hätte sich die Crew bloß noch zwischen zwei schlechten Optionen entscheiden können. Entweder aufsteigen, um über den Sturm zu gelangen, aber damit einen Strömungsabriss riskieren. Oder tiefer in den Sturm hineintauchen und eine noch stärkere Eisbildung riskieren.

Neun Menschen starben bei dem Absturz

„Sie versuchten aufzusteigen, um in klarere Luft zu gelangen, was möglicherweise einer der Faktoren war, die zur Beschleunigung des Strömungsabrisses beigetragen haben“, so Crabbe in der „New York Post“. Denn wenn sich die Flugzeugnase hebt, erhöht sich der Anstellwinkel, in dem die Tragflächen auf die anströmende Luft treffen. Der Learjet mit Robinsons junger Familie, der Nanny, den zwei Freunden und den Piloten begann im Sturzflug zur Erde zu rasen. „Ich bin mir sicher, dass der Pilot in diesem Moment versucht hat, die Steuerung zurückzuziehen und die Nase hochzubekommen, aber ich bin mir sicher, dass das bei dieser Geschwindigkeit und diesem Winkel einfach nicht möglich war“, erklärt Luftfahrtanwalt Zachary S. Gorwitz gegenüber der Zeitung.

Tech-Millionär Robinson arbeitete zunächst als Kredithändler bei Lehman Brothers und Barclays. Er gründete Start-ups und machte zuletzt allein mit einer seiner Firmen zehn Millionen Dollar Umsatz im Jahr. Angehörige schrieben in einem bewegenden Statement: „Adam und Helen waren hingebungsvolle Eltern, und Emma, 4, und Charlie, 2, waren der Mittelpunkt ihres Lebens. Die Liebe zwischen Helen und Adam wird für immer bestehen bleiben.“