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Deutschlands Wirtschaft steckt tief in der Krise. Jetzt zeigen neue Zahlen, wie ernst die Lage wirklich ist: Im vergangenen Jahr haben rund 188.000 Unternehmen ihren Betrieb eingestellt. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit fast 20 Jahren nicht mehr.

Besonders alarmierend: Betroffen sind längst nicht mehr nur kriselnde Betriebe. Nach Angaben der Auskunftei Creditreform müssen inzwischen auch Unternehmen mit guter oder zumindest mittlerer Kreditwürdigkeit aufgeben.

„Die Krisendynamik frisst sich mittlerweile durch die gesamte Breite der Wirtschaft“, warnt Creditreform-Sprecher Patrick-Ludwig Hantzsch. Während Insolvenzen großer Konzerne regelmäßig Schlagzeilen machten, würden Tausende kleine und mittlere Unternehmen oft nahezu unbemerkt vom Markt verschwinden.

Die Gründe für das Firmen-Sterben

Experten sehen gleich mehrere Ursachen für die dramatische Entwicklung. Unternehmen kämpfen gleichzeitig mit dem rasanten technologischen Wandel, wachsendem Wettbewerbsdruck und dem anhaltenden Fachkräftemangel.

Hinzu kommt ein Problem, das sich seit Jahren zuspitzt: Viele Firmenchefs gehen in den Ruhestand, finden aber keinen Nachfolger. „Fast ein Drittel aller freiwilligen Schließungen erfolgt mittlerweile aus Altersgründen“, erklärt Sandra Gottschalk. Sie ist Forscherin am Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

Überraschend: Mit 13 Prozent musste 2025 nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Unternehmen tatsächlich Insolvenz anmelden. Die große Mehrheit der Betriebe stellte ihre Tätigkeit freiwillig ein.

Diese Branchen trifft es besonders hart

Vor allem klassische Wirtschaftsbereiche verlieren immer mehr Unternehmen:

  • Industrie: 11.000 Schließungen (+10 Prozent)
  • Baugewerbe: 24.000 Schließungen (+12 Prozent)
  • Gastgewerbe: 15.000 Schließungen (+15 Prozent)

Während die Politik über Wirtschaftswachstum diskutiert, verschwinden jeden Tag Hunderte Betriebe vom Markt. Für viele Unternehmer ist die Belastung aus Kosten, Konkurrenzdruck und Personalmangel inzwischen schlicht zu groß geworden.