Regensburg – Fast 19 Jahre lang wusste niemand, was mit Kerstin Lee Langley passiert ist. Die damals 39-Jährige verschwand 2007 spurlos aus Regensburg. Jetzt könnten Ermittler die Vermisste gefunden haben: Die bei Berg bei Neumarkt entdeckten menschlichen Überreste stammen nach rechtsmedizinischer Untersuchung „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ von Langley.
Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag bei einer Pressekonferenz in Regensburg mit. Die Knochen waren bei einer neuen Suchaktion in einem Waldgebiet in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz ausgegraben worden.
Damit nimmt einer der rätselhaftesten Vermisstenfälle Bayerns nach fast zwei Jahrzehnten eine entscheidende Wendung. Zwar spricht die Polizei bislang von einer Zuordnung „mit hoher Wahrscheinlichkeit“. Doch erstmals seit Langleys Verschwinden wurden menschliche Überreste gefunden, die ihr zugeordnet werden könnten.
Seit 2007 fehlte jede Spur
Langleys Bruder hatte seine Schwester im Sommer 2007 als vermisst gemeldet. Ihr damaliger Lebensgefährte gab an, sie habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren. Diesen Mann konnte die Polizei nie identifizieren. Auch ein Tatverdacht gegen den damaligen Lebensgefährten erhärtete sich nicht.
Für weitere Rätsel sorgte eine SMS, die Langleys damals 17-jähriger Sohn rund zwei Monate nach ihrem Verschwinden erhalten haben soll. Darin hieß es: „Hy, my Baby. Habe einen neuen Engel gefunden. Das Leben muss weitergehen.“ Ob die Nachricht tatsächlich von seiner Mutter stammte, konnte nie geklärt werden.
Fall wurde durch „Aktenzeichen XY“ bekannt
Bundesweit bekannt wurde der Vermisstenfall 2024 durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Damals überprüfte die Polizei auch den Hinweis eines Mannes aus Nordrhein-Westfalen, der sich selbst als „Seher“ bezeichnete und einen möglichen Ablageort genannt hatte. Die Suche blieb jedoch ohne Erfolg. Gefundene Überreste stammten vermutlich von einem Tier.
Jetzt haben die neuen Grabungen erstmals menschliche Überreste ans Licht gebracht, die laut Rechtsmedizin mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kerstin Lee Langley stammen. Offen bleibt damit weiterhin, was der 39-Jährigen damals passiert ist und wie sie ums Leben kam. Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise zur Aufklärung des Falls eine Belohnung von 10.000 Euro ausgelobt.