Berlin – Dieser Anruf führt zu Streit! Finnlands Präsident Alexander Stubb (58) und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre (66) haben am Dienstag eineinhalb Stunden mit Wladimir Putin (74) telefoniert – deutlich länger als geplant.
Die beiden Nordeuropäer wollten Putin direkt Botschaften für künftige Verhandlungen übermitteln. Støre beteuerte, Partner seien informiert worden. Sie hätten nur für ihre Länder gesprochen, nicht für Europa.
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen (48) widerspricht. Abgestimmt sei nichts gewesen, sagte sie. Sie sei „sehr skeptisch“. Anzeichen für Russlands Friedenswillen sehe sie nicht. Statt Alleingängen brauche es Zusammenhalt.
Stubb, der heimliche Vermittler
Vor allem Finnlands Präsident spielt inzwischen eine auffällige Rolle. Erst vergangene Woche traf er mit Støre in Oslo Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) und Trumps Unterhändler Steve Witkoff (69). Danach sprach Witkoff mit Putin. Ergebnis: Russen, Ukrainer und Amerikaner wollen wieder zu dritt verhandeln.
Das Gespräch der beiden Skandinavier mit Putin heute sei offen und inhaltlich fundiert gewesen, sagte Stubb danach. Wie dieser Krieg ausgehe, betreffe direkt die Sicherheit Finnlands und ganz Europas. Ohne direkte Gespräche sei er nicht zu beenden. Støre erklärte: Als Nachbarn Russlands müsse man Moskau direkt etwas ausrichten können. Es könne nicht sein, dass allein Washington einen Draht in den Kreml habe. Bemerkenswert: Das Telefonat sollte eigentlich nur zwanzig Minuten dauern. Doch am Ende wurden daraus 90 Minuten. Das Telefonat von Støre und Stubb mit Putin war der erste direkte Austausch zwischen dem russischen Präsidenten und europäischen Verbündeten der Ukraine seit einem Gespräch zwischen dem Kreml-Chef und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Juli 2025.
Putin leiert seine alten Forderungen herunter
Der Kremlherrscher nutzte das Telefonat für die bekannte Leier. Für einen Frieden müssten auch Russlands Interessen berücksichtigt werden – eine Floskel für Maximalforderungen, die weit über die Ukraine hinausgehen. EU und Nato warf er laut Kreml erneut vor, mit ihrer Konfrontationspolitik die Kämpfe zu verlängern.
Selenskyj ist dankbar
Kiew begrüßt den Vorstoß. Stubb und Støre hätten Putin unmissverständlich klargemacht, dass Russland bei den Angriffen auf die ukrainische Energieversorgung und Infrastruktur konkret deeskalieren müsse, sagte Selenskyj. Vor dem fünften Kriegswinter bombardiert Russland die Kraftwerke und Leitungen des Landes massiv mit Raketen und Drohnen.