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Ist das schon die Olympia-Vorentscheidung? Monatelang haben Experten die drei deutschen Bewerbungen um Sommerspiele in Deutschland geprüft und nach einem komplizierten Punktesystem bewertet. Jetzt steht der Sieger fest: München hat laut FAZ das beste Olympia-Zeugnis, kommt auf 87 von 100 möglichen Punkten, Rhein-Ruhr schafft 85 Zähler. Die Hauptstadt Berlin liegt mit 74,6 abgeschlagen auf dem letzten Rang.

Die endgültige Entscheidung über den deutschen Kandidaten fällt jetzt am Samstag in Baden-Baden, wenn die Delegierten des Deutschen Olympischen Sportbundes abstimmen. Diese Stadt tritt dann gegen internationale Bewerber an, um die Gunst des IOC zu gewinnen. Und vielleicht die Spiele zum ersten Mal seit den Sommerspielen von 1972 in München wieder nach Deutschland zu holen.

Schon jetzt steht fest: Die Bayern gehen als der klare Favorit in die deutsche Vorauswahl. Das Olympia-Zeugnis soll den Wahlberechtigten jetzt eine möglichst umfassende Einschätzung geben, wie gut die Bewerber gearbeitet haben. Erstmals wird öffentlich sichtbar, wie die drei Konzepte im Bewertungsprozess abgeschnitten haben.

Warum hat München die beste Bewerbung?

Die Stadt glänzt mit der höchsten Zustimmung in der Bevölkerung (66 Prozent laut Bürgerbefragung) und dem kompakten Konzept rund um den Olympiapark von 1972. Die internationale Strahlkraft ist hoch, die Erfahrung mit internationalen Sport-Großereignissen (u.a. Leichtathletik-WM 2031 und Champions-League-Finale 2028) ebenfalls. Auch Themen wie Sicherheit und Erreichbarkeit spielten eine Rolle. Die Region Rhein-Ruhr punktete mit fabelhaften Zuschauerkapazitäten, Berlin mit der internationalen Strahlkraft.

Köln-OB Torsten Burmester ist zufrieden mit dem Zeugnis: „Ein starkes Signal für unsere gemeinsame Bewerbung. Die Bewertung des DOSB bestätigt, dass wir gemeinsam ein überzeugendes Konzept vorgelegt haben: kompakt, nachhaltig, inklusiv und mit großer Unterstützung der Menschen in unserer Region.“

Wie geht es jetzt weiter?

Die endgültige Entscheidung fällt am Samstag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Kurhaus von Baden-Baden. Dort werden die Ergebnisse der Evaluierung vorgestellt, bevor die Delegierten über den nationalen Bewerber abstimmen.

Wer entscheidet über Deutschlands Olympia-Bewerbung?

Die stimmberechtigten Delegierten der DOSB-Mitgliederversammlung haben das letzte Wort. 143 Stimmen sind zu vergeben. Eine Delegierte, die Kanutin Elena Gilles, hat ihre Stimmabgabe abgesagt. Die 42 Olympischen Sportverbände haben jeweils drei Stimmen (die sie einem Bewerber geben müssen). Außerdem wählen sieben persönliche Mitglieder des DOSB des Sports (u. a. Leon Goretzka, Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste) und zehn DOSB‑Präsidiumsmitglieder. Die Wintersportverbände (u. a. Ski, Eishockey) dürfen abstimmen, obwohl es um Sommerspiele geht. Der Behindertenverband darf nicht abstimmen, obwohl auch über eine Paralympics-Bewerbung entschieden wird. So will es die Satzung des DOSB. Die absolute Mehrheit liegt derzeit bei 72 Stimmen, kann sich bis zur Wahl noch ändern, falls weitere Stimmberechtigte ausfallen.

Wie geht es danach weiter?

Am Samstag wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) live in der ARD den deutschen Sieger verkünden. Diese Stadt (oder Region) wird Deutschlands offizieller Bewerber für Olympische und Paralympische Spiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044. Eine erste Vorauswahl für die Vergabe der Sommerspiele 2036 plant das Internationale Olympische Komitee, im März 2027 abzuschließen. Dann soll klar sein, welcher Kontinent 2036 am Zug sein wird. Möglich ist aber auch eine Doppelvergabe der Spiele 2036 und 2040. Mitte 2029 wird IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (43) verkünden, wer die Spiele ausrichten darf.